Nach dem Wirbel um Walter Ruck hat der Wiener Kammerchef nun die Reißleine gezogen: Ruck hat seinen Rücktritt erklärt.
Am Donnerstag hat Ruck in der Vorstandssitzung des Wirtschaftsbunds Wien mitgeteilt, dass er sich ins Privatleben zurückziehen werde. Der Vorstand bedankte sich für seine Arbeit.
Margarete Kriz-Zwittkovits übernimmt nun als Obfrau des Wirtschaftsbund Wien und auch als Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien.
"Die Ereignisse der letzten Wochen haben zu nachvollziehbaren Irritationen geführt, die von unserer eigentlichen Arbeit abgelenkt haben. Meine Aufgabe sehe ich darin, möglichst rasch einen Neubeginn zu organisieren und das verlorene Vertrauen wiederherzustellen, sowie den laufenden Reformprozess zügig und umsichtig umzusetzen", so WB Wien-Obfrau Kriz-Zwittkovits in einer ersten Reaktion.
Und weiter: "Auch wenn mich diese großen Aufgaben überraschend ereilen, freue ich mich auf die Herausforderung, meinen Beitrag zu leisten, damit die Wirtschaftskammer Wien und der Wirtschaftsbund Wien in eine erfolgreiche Zukunft gehen können."
Vor rund zwei Wochen wurden geleakte Gesprächsprotokolle rund um Postenschacher und abfällige Aussagen über Frauen, Industrievertreter und Parteifreunden veröffentlicht. Die ÖVP zog schlussendlich die Reißleine und beschloss einstimmig seinen Rauswurf.
Für eine neue Wende in der Causa sorgte die erstmalige Veröffentlichung der mutmaßlichen Tonausschnitte am Mittwoch. Rucks roter Kammer-Vize Marko Fischer geriet daraufhin aufgrund einer fehlenden eidesstattlichen Erklärung ins Visier. Fischer bestreitet die Vorwürfe.
Ruck hatte bis zuletzt die Vorwürfe zurückgewiesen und betont, in seinen Funktionen zu bleiben. Was letztlich zu seinem Rücktritt führte, bleibt offen.