Gespräche in einer Männerrunde über Postenschacher, politische Absprachen und ein mehr als fragwürdiges Frauenbild: All das haben geleakte Gesprächsprotokolle über den Wiener Wirtschaftskammer- und ÖVP-Wirtschaftsbund-Präsidenten Walter Ruck ans Licht gebracht.
Die Folge: massive Rücktrittsaufforderungen, auch aus der eigenen Partei. So sprachen sich etwa Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker, Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und ÖVP-Frauenchefin Juliane Bogner-Strauß für Rucks Abgang aus. Doch der mächtige Kämmerer blieb stur – und auf seinem Sessel kleben.
Die ÖVP ließ sich das allerdings nicht bieten und schloss Ruck am vergangenen Freitag aus der Partei aus. Das Problem: Auf sein Amt in Wirtschaftskammer hat die ÖVP keinen Einfluss. Im Wiener Wirtschaftsparlament verfügt Rucks Wirtschaftsbund über die absolute Mehrheit.
Am Mittwoch folgten dann neue Enthüllungen über angebliche Mauscheleien beim Traumazentrum Meidling, in deren Mittelpunkt der Kammerpräsident stehen soll. Das dürfte Ruck den letzten Ruck gegeben haben.
Am Donnerstag verkündete der Wirtschaftsbund in einer Aussendung tatsächlich den Rücktritt von Walter Ruck. Dieser werde sich "ins Privatleben zurückziehen. Der Vorstand dankt ihm für die Arbeit", hieß es darin lapidar.
Kurze Zeit später meldete sich auch ÖVP-Chef Christian Stocker zu Wort: "Wir haben Walter Ruck vergangene Woche einstimmig aus der Volkspartei ausgeschlossen. Ich begrüße, dass er jetzt auch den überfälligen Schritt gesetzt hat, als Präsident der Wirtschaftskammer Wien und des Wirtschaftsbundes Wien zurückzutreten."