Wenn es um künstliche Intelligenz geht, ist Apple derzeit nicht an der Spitze. Der Konzern ist auf die Unterstützung von OpenAI und Google angewiesen. Das will Apple aber nicht auf sich sitzen lassen und steckt daher ordentlich Geld in Forschung und Entwicklung. Laut den eigenen Finanzberichten hat Apple zuletzt mehr als 30 Milliarden Dollar dafür ausgegeben, wie "NTV" berichtet. Ein Teil dieses Geldes fließt in konkrete Projekte, die in einem bestimmten Zeitraum umgesetzt werden sollen.
In den Apple-Labors tüfteln die Entwickler aber auch an Geräten und Bauteilen, die vielleicht nie auf den Markt kommen. Oft landet so eine Idee in einer Sackgasse, manchmal schätzt man die Chancen am Markt als zu gering ein. Es kann auch sein, dass die Umsetzung zu teuer wäre oder Apple einfach nur für alle Fälle ein Gegenstück zu einem Konkurrenzprodukt in der Schublade haben möchte. Zu welcher dieser Kategorien das neue Gerät gehört, von dem "The Information" berichtet, ist derzeit noch offen.
Das Technik-Magazin schreibt, dass sich die Entwicklung in einem sehr frühen Stadium befindet und jederzeit gestoppt werden könnte – marktreif wäre es frühestens 2027. Trotzdem ist es spannend, was die Quellen da verraten haben. Angeblich arbeitet Apple an einem kleinen Wearable, das ungefähr so groß wie ein Apple AirTag ist, ebenfalls flach und rund, aber etwas dicker. Das Gehäuse soll aus Aluminium und Glas bestehen. Auf der Vorderseite sind laut den Informationen zwei Kameras verbaut – eine Standard- und eine Weitwinkelkamera.
Das Wearable könnte man zum Beispiel am Revers befestigen. Es soll integrierte Mikrofone und auf der Rückseite einen Lautsprecher haben. Bedient wird das Gerät angeblich über eine Taste an der Seite. Aufladen kann man es wie eine Apple Watch – also induktiv. Ob das kleine Ding eigenständig arbeitet oder als Ergänzung zu einer künftigen smarten Brille oder einem anderen Gerät gedacht ist, wollten die Quellen dem Magazin nicht verraten. "The Information" vermutet, dass Apple hier vielleicht auf ein Gerät reagieren will, das OpenAI gemeinsam mit Apples Ex-Designchef Jony Ive entwickelt.
Dieses Konkurrenzprodukt soll noch heuer auf den Markt kommen. Laut "TechCrunch" beschreibt OpenAI-Chef Sam Altman das neue Gerät als Alternative zum iPhone. Mithilfe von künstlicher Intelligenz soll es Umgebungsinformationen selbstständig verarbeiten und dir genau dann anzeigen, wenn sie für dich wichtig sind.
Für "MacRumors" wäre der wahrscheinlichste Zweck des kleinen Apple-Geräts, dass es den neuen Siri-Chatbot ausführt, der gemeinsam mit iOS 27 starten soll. "Bloomberg" berichtet, dass dieser Chatbot mit anderen KI-Systemen wie Claude von Anthropic, Gemini von Google und ChatGPT von OpenAI mithalten können soll.
Der neue Siri-Chatbot ist aber vermutlich keine echte Eigenentwicklung, sondern basiert am Anfang wahrscheinlich auf Gemini. Die Modelle sollen dabei entweder direkt auf iPhones und anderen Apple-Geräten oder auf eigenen Apple-Servern laufen, damit der Datenschutz gewährleistet ist. Das Ganze nennt sich "Private Cloud Compute": isolierte Hardware, keine dauerhafte Speicherung, überprüfbarer Code. Irgendwann soll der Siri-Chatbot dann aber auf eigenen Apple-Modellen laufen, so "Bloomberg".