Die "Millionenshow" ist aus Christoph Götzendorfers Alltag bis heute nicht verschwunden. Erst kürzlich war der Oberösterreicher wieder in Köln zu Gast, wo anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Kultshow neue Folgen aufgezeichnet wurden. "Da kommen die Erinnerungen natürlich wieder hoch", sagt er gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Und als tägliche Gedächtnisstütze dient ein ganz besonderer Zettel: Der Überweisungsbeleg der Million liegt noch immer neben ihm auf dem Schreibtisch im Büro.
Sein Weg zur Million war 2020 alles andere als selbstverständlich. Die Aufzeichnung fand mitten in der Coronapandemie statt, inklusive Nervenkitzel schon vor der Abreise. "Mein erster Coronatest war nicht auswertbar. Es war gar nicht sicher, ob ich überhaupt nach Köln fliegen kann." Erst der zweite Test brachte Entwarnung.
Auch in der Show selbst wurde es spannend. Götzendorfers Auftritt zog sich über zwei Aufzeichnungen. Genau vor der Millionenfrage war für die erste Sendung Schluss. Während im Fernsehen eine Woche Pause liegt, vergingen vor Ort nur rund 60 Minuten. "Ich habe in der Zeit ein paar Zigaretten geraucht und war mir sicher, dass ich die letzte Frage sowieso nicht beantworten kann und die 300.000 Euro mitnehme."
Doch dann kam alles anders. Die alles entscheidende Frage drehte sich um die Waldorfschule. Ein Thema, über das er bei seinen Vorbereitungen zufällig gestolpert war. "Da musste ich schmunzeln. Deswegen war ich mir dann auch so sicher." Der Rest ist TV-Geschichte.
Was der Gewinn tatsächlich bedeutete, realisierte er erst Tage und Wochen später. "Anfangs war alles sehr surreal." Kurz zuvor war das zweite Kind geboren worden, der Hausbau stand ohnehin im Raum. "Nach der Millionenshow haben wir diese Pläne adaptiert – schuldenfrei ein Haus zu bauen, das verändert dein Leben natürlich."
Abgehoben ist Götzendorfer dennoch nie. "Ich bin immer noch der Christoph aus Esternberg, mit demselben Beruf und denselben Freunden. Wir gehen noch immer zum selben Wirt." Neid habe er nie wirklich gespürt, im Gegenteil: Gerade in seiner Heimat sei die Resonanz durchwegs positiv gewesen.
Dass das Geld erst Wochen nach der Show ausbezahlt wird und bis zur Ausstrahlung strenge Schweigepflicht gilt, habe zusätzlich geholfen. "Man hat viel Zeit zu überlegen, ohne dass jemand davon weiß. Das erdet schon."
Und wie sieht es heute aus? Ganz losgelassen hat ihn das Quizfieber nie. "Um ehrlich zu sein, kribbelt es nach wie vor in mir." Auch wenn er bei der "Millionenshow" nicht mehr antreten darf, schließt er ein Comeback im Quiz-TV nicht aus. "Vielleicht auch, um zu beweisen, dass der Erfolg keine Eintagsfliege war."