Mitte März wurde ein Ski-Paukenschlag bekannt, der so überraschend gekommen war – und irgendwie doch nicht: Da hat ÖSV-Frauen-Cheftrainer Roland Assinger sein Amt beim Österreichischen Skiverband zurückgelegt. Der Bruder von "Millionenshow"-Moderator Armin Assinger enthüllte, einen ihm angebotenen Zweijahresvertrag nicht annehmen zu wollen.
Zuvor war der ÖSV-Frauen-Chef lange in der Kritik gestanden. Einige Läuferinnen, allen voran die mittlerweile zurückgetretene Ski-Weltmeisterin Stephanie Venier, hatten den teils harschen Ton im Frauen-Team und im Training kritisiert. Dann warf Assinger selbst hin und ging einen Schritt zurück, ist Europacup-Trainer bei den Männern.
Das Amt als Frauen-Cheftrainer hat derweil eben Zöchling übernommen und startet am Samstag mit dem Team in die heiße Phase der Vorbereitung. Es geht für die rot-weiß-roten Ski-Asse ins Schneetraining nach Übersee, konkret nach Argentinien und Chile. Den Anfang machen die Riesentorläuferinnen, später folgen die weiteren Gruppen.
Freilich war zuvor beim neuen Chefcoach auch die Assinger-Ära Thema. "Wir haben über die Vergangenheit geredet, man will sich im Gesamten ja weiterentwickeln. Aber im Großen und Ganzen bin ich der Überzeugung, dass ich ein intaktes Team übernommen habe, mit dem ich gut weiterarbeiten kann", so Zöchling gegenüber der "APA". Er habe jedenfalls "keinen Rucksack umgeschnallt" bekommen.
Freilich sei man im Leistungssport, "da wird Leistung gefordert. Das ist klar", meinte Zöchling, unterstrich aber seine "ruhige Art" der Kommunikation. Keine Läuferin würde schließlich absichtlich langsam fahren: "Es wollen alle." Wichtigster Punkt, und damit vielleicht der größte Unterschied zu Assinger, ist die offene Kommunikation. "Denn wenn ich etwas nicht weiß, kann ich es nicht lösen", so der neue ÖSV-Chefcoach.
Der Niederösterreicher gilt als ruhig, empathisch, akribisch in der Arbeit. Und er versucht, eine menschliche Ebene hineinzubringen, habe Läuferinnen teilweise für Gespräche zu Hause besucht. Außerdem könne er ohnehin auf ein "funktionierendes System" bauen. "Dass sie es können, haben sie gezeigt, jetzt müssen wir Konstanz reinbringen und schauen, dass wir permanent jemanden am Podium mit dabei haben", gab Zöchling bereits die Marschroute vor. Die Strukturen im heimischen Verband kennt er freilich bestens, war er schließlich bereits von 2010 bis 2024 für den ÖSV tätig, betreute danach die Technikerinnen Norwegens.