Athleten sauer über Olympia-Vorbereitung

Bild: GEPA

Heftige Kritik im Lager der Österreicher! Tischtennis-Ass Robert Gardos beklagt sich über Mängel bei der Vorbereitung für die Spiele in Rio und fordert für die Zukunft Änderungen. "Das ganze Paket im Vorfeld von Olympia war einfach enttäuschend", rechnet der Team-Europameister nach dem Aus ohne Edelmetall knallhart ab. Auch seine rot-weiß-roten Kollegen sind sauer.

Heftige Kritik im Lager der Österreicher! Tischtennis-Ass Robert Gardos beklagt sich über Mängel bei der Vorbereitung für die Spiele in Rio und fordert für die Zukunft Änderungen. "Das ganze Paket im Vorfeld von war einfach enttäuschend", rechnet der Team-Europameister nach dem Aus ohne Edelmetall knallhart ab. Auch seine rot-weiß-roten Kollegen sind sauer.
Mit dem Viertelfinale-Aus im Teambewerb gegen Deutschland stand für Österreichs Tischtennis-Herren fest, dass sie ohne Medaille die Heimreise antreten müssen. Geht es nach Robert Gardos, zeichnete sich das bereits vor der Reise nach Brasilien ab. "Ich habe ähnliches erwartet, habe im Vorfeld zum Verband gesagt, wenn wir eine Medaille holen wollen, müssen wir in der Vorbereitung etwas ganz Besonderes machen."

Aus Schlager-Akademie ausgesperrt

Doch das genaue Gegenteil war der Fall: Dringend benötigte Linkshänder aus China als Trainingspartner wurden nicht verpflichtet. Wegen der Insolvenz der Werner-Schlager-Akademie in Schwechat wurden die Tischtennis-Herren in der finalen Phase der Vorbereitung vom Sachwalter aus dem Leistungszentrum in Schwechat geworfen. Gardos: "Die wollten plötzlich 10.000 Euro von uns, dann hätten wir wieder reingekonnt." Zumindest in Rio gelang es, prominente Trainingspartner aus China zu verpflichten. Gardos-Teamkollege Stefan Fegerl ortete aber auch beim Aufenthalt in Brasilien Mängel. Konkret schon bei der Anreise am 30. Juli: "Über einen so langen Zeitraum die mentale Stärke zu behalten, ist für mich nicht so einfach. Da ist es schwierig, dass der Körper nicht wegbricht und du nicht schlaksig wirst. Wenn du nicht in deinem Umfeld bist, ist es schwer, die Power, die Spritzigkeit und die Fitness zu halten." Nachsatz: "Auch das wenig nahrhafte Essen im Olympischen Dorf war nicht förderlich." Kurios: Weil es keine Möglichkeit gibt, die bereits reservierten Flüge zurück nach Österreich umzubuchen, muss das Tischtennis-Team trotz des Olympia-Aus bis Donnerstag in Rio bleiben.

Auch Badminton-Spieler beklagen Rahmenbedingungen

Elisabeth Baldauf und David Obernosterer waren als Außenseiter in das Badminton-Turnier gestartet und erwartungsgemäß früh gescheitert. An Ehrgeiz zur Verbesserung mangelt es dem Paar nicht, wohl aber an Möglichkeiten. "Wir haben 30.000 Euro an Reisekosten aufgewandt, aber oft sind keine Coaches dabei. Wir haben in ganz Österreich drei Trainer, die das hauptberuflich machen. Da fangt es bei den Strukturen und bei der Kultur an, die wir in Österreich haben. Wir haben das Know-How nicht." Auch im mentalen Bereich gab es Defizite und ungewohnte Störfaktoren: "Medien, Interviews und Verpflichtungen. Man wird ein bisschen aus seinem Rhythmus geworfen."

Olympia-Boss Stoss denkt über Änderungen nach

An ÖOC-Boss Karl Stoss geht die Kritik – und die bisher medaillenlosen Spiele – nicht spurlos vorbei. "Wir können das nicht so stehen lassen", spricht er die offenbar vergebliche millionenschwere Förderung der rot-weiß-roten Athleten an. "Wir werden genau schauen, wo das Geld Früchte getragen hat und wo nicht. Wir müssen uns kritisch hinterfragen und ein neues Konzept auf den Tisch legen." Für Tokio 2020 denkt er über ein kleineres Team aus Österreich nach: "Man kann die Idee verfolgen, sich auf weniger Sportarten zu konzentrieren, die aber intensiver unterstützt werden, um bei der Weltspitze dabei zu sein."

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