Was als Match auf Tinder begann, ist heute ein internationales Musikprojekt: Das Duo "Atzur" mit Paul Majdzadeh-Ameli und Patricia Narbón vereint österreichische und spanische Wurzeln – und eine gemeinsame kreative Vision: "Wir sind die gleiche Person in unterschiedlichen Körpern", sagt Patricia über die Zusammenarbeit mit Paul. Vertrauen und klare Rollen seien ihr Erfolgsrezept: "Jeder hat Platz, sich kreativ auszuleben," fügt sie hinzu.
Nach ihrem Debütalbum "Strange Rituals" ging es für Atzur auf intensive Tour – eine Erfahrung, die ihren Sound nachhaltig geprägt hat: "Wir haben gemerkt, dass wir Musik für Live schreiben. Wir wollen, dass die Leute zur Musik schreien, tanzen, etwas fühlen – diesen ekstatischen Moment," erzählt Paul im "Heute"-Talk.
Für Patricia ist das eine Grundsatzentscheidung im Musikbusiness: "Als Musiker entscheidest du dich, ob du eine Spotify-Playlist oder ein Live-Künstler sein willst. Du kannst hunderttausende Hörer haben – und 50 Leute vor der Bühne. Beides ist okay. Für uns hat sich Live richtig angefühlt."
Und genau auf dieser Einstellung baut ihr zweites Album "Humble" auf, welches seit Anfang des Monats verfügbar ist. Songs für die Bühne, für die Fans, für die kollektive Emotion. Während das erste Werk stark von Patricias persönlicher Trauer um den Verlust ihres Vaters geprägt war, trägt "Humble" eine deutlich hellere, energetischere Handschrift.
Wie stark sich genau diese Live-Beziehung, die die beiden anstreben, bereits entwickelt hat, zeigt eine Tour-Anekdote, welche für Atzur ein besonderes Highlight bedeutet: "Als wir in Krakau gespielt haben, sind Fans aus Schweden eingeflogen," freut sich Patricia. Beim Primavera Festival hat das Duo die Fans wohl so überzeugt, dass sie ihnen bis nach Polen gefolgt sind.
Aktuell tourt Atzur quer durch Europa – am 20. Februar stehen sie auch in Wien auf der Bühne. Und wo sehen sie sich in drei Jahren? Die Pläne sind groß: Nochmal beim Primavera Sound auftreten, weitere große Festivalauftritte, viele schöne Live-Momente – und auch eine Teilnahme am ESC ist nicht ausgeschlossen.
Aber die Hauptbotschaft fasst Paul klar zusammen – die beiden sind glücklich mit dem, was sie machen: "Wir wollen genau das, was wir jetzt machen – nur größer."