"Boarding verweigert"

AUA lässt oberste Luftfahrt-Chefin einfach stehen

Ausgerechnet die oberste Schweizer Luftfahrt-Aufseherin durfte in Wien nicht mehr an Bord – obwohl der Flieger noch am Gate stand.
Newsdesk Heute
17.08.2026, 19:50
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein Flughafen-Ärger, wie ihn viele Passagiere kennen – nur diesmal traf es ausgerechnet eine Luftfahrt-Chefin. Francine Zimmermann, Direktorin des Schweizer Bundesamts für Zivilluftfahrt, blieb nach eigenen Angaben am Flughafen Wien zurück.

Im Gespräch mit dem Schweizer "Blick" schilderte Zimmermann den Vorfall nach einer Dienstreise in Zypern. Sie sei über Wien in die Schweiz unterwegs gewesen. Der erste Flug sei nicht verspätet gewesen, sie selbst sei schnell unterwegs gewesen – trotzdem habe sie mit weiteren Passagieren den Anschlussflug verpasst.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Das Flugzeug war zwar noch am Gate,  mitfliegen durfte sie dennoch nicht mehr. "Uns wurde das Boarding verweigert", sagte die BAZL-Direktorin.

Pikant: Zimmermann ist nicht irgendeine Reisende, sondern die oberste Schweizer Luftfahrt-Aufseherin. Der Bundesrat hatte sie am 26. September 2025 zur neuen Direktorin des Bundesamts für Zivilluftfahrt ernannt; seit 1. April 2026 führt sie das Amt.

Auf ihre Funktion habe sie sich am Gate aber nicht berufen. "Ich bin eine Passagierin wie alle anderen auch und fliege Economy – niemand interessiert, dass ich BAZL-Direktorin bin", sagte Zimmermann. Sie erwarte lediglich, dass sich eine Airline an geltendes Recht halte.

Positiv sei laut Zimmermann gewesen, dass sie rasch auf den nächsten Tag umgebucht wurde und einen Link für ein Hotel erhielt. "Dazu ist die Airline dank der EU-Fluggastrechte ja auch verpflichtet". Ihr Fall wegen einer möglichen Entschädigung liegt derzeit bei der Schlichtungsstelle in Wien.

Eine Generalabrechnung mit den Fluglinien will Zimmermann daraus nicht machen. Sie betonte, dass sich Airlines überwiegend korrekt verhielten. Lufthansa und besonders Swiss würden vieles "sehr gut" machen und einen wichtigen Beitrag zur internationalen Vernetzung der Schweiz leisten.

Tausende Beschwerden

Gleichzeitig steigen laut Zimmermann die Beschwerden über Fluggesellschaften. Im Jahr 2025 habe das BAZL mehr als 8.100 Anzeigen behandelt, im ersten Halbjahr 2026 seien bereits rund 5.600 Anzeigen eingegangen.

Es war nicht der einzige Reiseärger der Luftfahrt-Chefin. Auf einer Dienstreise nach Tunesien habe ihr Rückflug nach Genf massive Verspätung gehabt. Zuerst sei von 20 Minuten die Rede gewesen, später sei der Flug um weitere drei Stunden verschoben worden. Informationen habe es laut Zimmermann keine gegeben. Am Ende sei sie mit fünf Stunden Verspätung in Genf angekommen.

Eine Entschädigung oder Gutscheine habe sie in diesem Fall nicht erhalten. Laut Zimmermann lag das daran, dass es sich um eine Airline aus einem Drittstaat handelte und der Flug in Tunis startete. Die EU-Fluggastrechte hätten daher nicht gegriffen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.08.2026, 20:08, 17.08.2026, 19:50