Aufgedeckt: So dreist waren Sozialbetrüger 2021

Insgesamt wurden sich knapp 20 Millionen Euro im vergangenen Jahr erschlichen. 
Insgesamt wurden sich knapp 20 Millionen Euro im vergangenen Jahr erschlichen. Istock
Knapp 20 Millionen Euro kamen dem Staat im Jahr 2021 aufgrund von Sozialbetrügereien abhanden. Manche Täter agierten dabei besonders dreist.

Seit 2018 ist in Österreich eine Taskforce im Einsatz, die Sozialbetrügerinnen und Betrügern auf die Schliche kommen soll. Die Bilanz: bisher wurden 12.200 Kriminelle von der Spezialeinheitausgeforscht und ihrer Strafe zugeführt.

Dreiste Methoden 

Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, gibt es zahlreiche Geschichten, in denen Bürgerinnen und Bürger versuchen, dem Staat unrechtmäßig Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein Mann, der einen florierenden KFZ-Handel betrieb, verschwieg diesen einfach und bezog zuzüglich zu seinen ohnehin guten Einkünften Sozialhilfe.

Eine dreifache Mutter forderte über die Bezirkshauptmannschaft zudem Unterhaltsgelder von ihrem Kindsvater. Da dieser der Zahlungsaufforderung nicht nachkam, überwies die Behörde der Frau monatlich 544 Euro. Am Ende stellte sich heraus, dass der Mann bei seiner Familie wohnte, aber nicht gemeldet war, um den Sozialbetrug aufrechtzuerhalten.

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In einem weiteren erwähnten Beispiel bezog ein Türke über mehrere Jahre die österreichische Familienbeihilfe für seine Kinder, obwohl er mit diesen bereits seit 2012 wieder in seine ursprüngliche Heimat zurückgekehrt war. Ein Pensionist, der aufgrund eines Gefängnisaufenthalteskurzzeitig seine Pensionverlor, legte zudem einfach einen gefälschten Entlassungsbescheid vor, um seine Zahlungen wieder zu beziehen.

Nun liegen die neuesten Zahlen für Sozialbetrug in Österreich vor. Demnach wurden 2021 4.730 Betrügerinnen und Betrüger gefasst, die den Staat insgesamt um eine Summe von 19,3 Millionen Euro geprellt hatten. In 4.346 Fällen kam es zur Anzeige. Damit stieg dieser Wert im Vergleich zu 2020 um knapp 14 Prozent an.

Die Politik ist sich in Sachen Kampf gegen Sozialbetrug einig. "Das Erschleichen von Sozialleistungen ist kein Kavaliersdelikt. Denn das schadet jenen Menschen, die diese besonders bitter benötigen“, werden Finanzminister Magnus Brunner und Innenminister Gerhard Karner (beide ÖVP) in der "Krone" zitiert.

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