Für den Eislaufplatz im Stadtbad Mödling könnte das Eis nun dünn werden – wegen der finanziellen Lage droht mit dem Ende der Saison nun das Aus.
In dem Zusammenhang fand nun das erste Gespräch zwischen der Initiative "Eis In der Stadt Mödling" mit Bürgermeisterin Sylvia Drechsler (SPÖ) statt – dieses sei seitens der Initiative schon lange eingefordert worden.
Im Beisein von Vizebürgermeister Rainer Praschak (Grüne) und Stadtbadleiter sowie SPÖ-Stadtparteigeschäftsführer Mehmed Alajbeg legte die Bürger:innen-Initiative eindringlich dar, welche Bedeutung der Erhalt einer Eisfläche für die Bevölkerung von Mödling habe – als Sportstätte, sozialer Treffpunkt und wichtiger Bestandteil der städtischen Infrastruktur. "In den vergangenen zwei Monaten haben wir mit Eltern, Kindern, Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren, Vertreterinnen und Vertretern von Schulen und Kindergärten, Vereinen und Eislaufbegeisterten unzählige Gespräche geführt. Die Botschaft ist eindeutig: Der Wunsch nach Eis in Mödling ist breit getragen und emotional stark verankert. Fast 8.000 Unterschriften, die enorme öffentliche Resonanz und die breite Medienberichterstattung zeigen klar, dass die Bevölkerung diese Entscheidung nicht einfach hinnimmt", so Katrin Pürer, Initiatorin der Petition zum Erhalt des Eislaufplatzes in Mödling und Mitgründerin der Bürger:innen-Initiative "Eis In der Stadt Mödling".
Ziel des Treffens mit Bürgermeisterin Drechsler und Stadtbadleiter Alajbeg sei es gewesen, konkrete Lösungswege zu besprechen. "Stattdessen wurde wiederholt auf die angespannte Finanzlage Mödlings verwiesen. Gleichzeitig ist die Bürger:innen-Initiative mehrfach von Bürgermeisterin Drechsler und Stadtbadleiter Alajbeg aufgefordert worden, selbst bei Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern umliegender Gemeinden für ein regionales Hallenprojekt zu werben", heißt es in einem Schreiben gegenüber "Heute".
Für Pürer ein klarer Rollenmissbrauch: "Es ist nicht Aufgabe engagierter Bürgerinnen und Bürger, politische Verantwortung zu übernehmen oder die Finanzierung kommunaler Infrastruktur sicherzustellen. Dass die Bürgermeisterin versucht, diese Verantwortung auf die Initiative abzuwälzen, ist für uns völlig unverständlich", so Pürer. "Wir sind Sprachrohr der Bevölkerung – nicht Ersatz für politische Führung. Die Menschen erwarten Lösungen von der Bürgermeisterin, nicht von Ehrenamtlichen."
Besonders kritisch sieht die Initiative die Ankündigung von Bürgermeisterin Drechsler, eine Lösung erst dann öffentlich zu machen, wenn diese vollständig fixiert sei. Um keine falschen Hoffnungen zu wecken. "Transparenz erst im Nachhinein ist keine Transparenz. Wer Vertrauen will und ein offenes Ohr für Bürgerbeteiligung propagiert, muss die Bevölkerung frühzeitig einbinden – nicht vor vollendete Tatsachen stellen", so Pürer.
Die Initiative sieht grundsätzlich eine verfehlte Stadtentwicklung. "Viele Menschen haben das Gefühl, dass sich die als familienfreundlich zertifizierte Stadt Mödling in die falsche Richtung entwickelt. Statt Angebote für junge Familien zu schaffen, werden Freizeitflächen geschlossen. Statt eine lebendige Stadt zu gestalten, verschwinden Treffpunkte und Vereine. Der Wohnbau wächst schneller als die Infrastruktur – und damit verliert die Stadt an Lebensqualität", so Pürer. "Der Eislaufplatz ist kein Einzelfall. Er steht stellvertretend für die Frage, ob Mödling eine Stadt für Menschen bleibt oder zu einem reinen Wohnstandort ohne soziale Mitte wird."
Die Initiative betont, dass nun Bürgermeisterin Drechsler am Zug sei. Ihre Entscheidung bestimme, ob künftig weiterhin in Mödling Eislaufen möglich ist, ob rund Hundert Nachwuchs-Eishockeyspielerinnen und -spieler sowie der Mödlinger Eiskunstlauf und Eisstocksport ihre Trainings- und Spielstätte verlieren, ob Vereine, Schulen, Kindergärten und Freizeitsportbegeisterte weiterhin einen Ort für Bewegung und Begegnung haben. "Bürgermeisterin Drechsler hat es in der Hand, ob der Wille tausender Mödlingerinnen und Mödlinger gehört wird oder nicht. Es ist eine politische Entscheidung – und sie wird daran gemessen werden", betont Pürer.
Die Initiative kündigt an, den weiteren Prozess eng zu begleiten, politische Verantwortung weiterhin klar einzufordern und gleichzeitig für konstruktive Gespräche offen zu bleiben. "Ziel bleibt eine nachhaltige Lösung für Eislauf und Eissport, die den klar artikulierten Wunsch der Bevölkerung erfüllt: Eis in der Stadt Mödling."
Erst kürzlich hatte Stadtrat Markus Gilly (SPÖ) in einer Anfrage gegenüber "Heute" zur Situation in Mödling erklärt: "Die Technik ist veraltet und die laufenden Kosten hoch. Eine Eishalle kann sich die Gemeinde nicht leisten, da mehrere Millionen Euro Investitionsbedarf bestehen. Solange sich kein Investor meldet, kann die Freiluftanlage in dieser Art nicht weiterbetrieben werden."
Zu Gerüchten um einen möglichen Investor hieß es: "Die Stadtgemeinde hat in der Vergangenheit immer auf Anfragen von Investoren reagiert und war stets gesprächsbereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine konkreten Pläne vor."
Ebenfalls aufs Gas drücken möchte die FPÖ: "Der Eislaufplatz in Mödling muss erhalten bleiben, das sind wir unseren sportbegeisterten Kindern, Schülern und den zahlreichen Vereinssportlern einfach schuldig", so FPÖ Mödling-Bezirksparteiobmann, Stadtrat und Nationalrat Harald Thau über den Dringlichkeitsantrag in der Gemeinderatssitzung am Freitag in Mödling.
Mit einem grundvernünftigen Konzept sei eine Sanierung und ein Ausbau und somit der Erhalt der Sportstätte möglich. "Leider verschleudert die rot-grüne Stadtregierung lieber viel Geld für ideologisch geprägte Verkehrsprojekte", kommentierte Thau den Abänderungsantrag von SPÖ-Grün, "der nichts anderes als eine Verzögerungstaktik und kein klares Bekenntnis zum Eislaufplatz" sei. "Wir als FPÖ stehen felsenfest für den Bestand dieser wichtigen Sportinstitution in Mödling und werden mit voller Entschlossenheit, notfalls auch in einer Overtime, für den Eislaufplatz kämpfen."
Laut Angaben der Stadt fanden die Gespräche in "konstruktiver Atmosphäre" statt. Dabei wurden sowohl die angespannte finanzielle Lage der Stadt als auch die technische Situation im Stadtbad transparent dargelegt. Wie bereits mehrfach betont, arbeite die Stadtverwaltung intensiv an realistischen Lösungen.
Auf wiederholtes Nachfragen, wie die Initiative selbst etwas beitragen könne, wurde darauf verwiesen, dass jede und jeder in seinem Umfeld für eine regionale Lösung werben kann. "Umso mehr überrascht das Wording der Presseaussendung, auch das insgesamte Schlechtreden der Stadt". SPÖ-Klubobmann Stephan Schimanowa dazu: "Die von der Initiative gewählte Vorgehensweise erschwert eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden."
Um die Bereitschaft für konkrete Lösungen zu unterstreichen, wurde in der Gemeinderatssitzung am Freitag Stadtbadleiter Mehmed Alajbeg per Beschluss beauftragt, am Areal des Stadtbads Möglichkeiten zum Erhalt einer Eisfläche zügig zu untersuchen und dem zuständigen Ausschuss dementsprechende Ergebnisse rasch zu präsentieren. Bürgermeisterin Silvia Drechsler dazu: "Es werden keine Versprechungen gemacht, die nicht gehalten werden können. Wenn tragfähige Konzepte vorliegen, auch bezüglich einer möglichen Eishalle, werden diese präpräsentiert."