Corona-Auslastung in Spitälern steigt wieder rasant

Sollte es mit dem Trend so weiter gehen, so droht sich die Lage "weiter zuzuspitzen".
Sollte es mit dem Trend so weiter gehen, so droht sich die Lage "weiter zuzuspitzen".Rolf Vennenbernd / dpa / picturedesk.com (Symbolbild)
Experten zeigen sich angesichts der jüngsten Entwicklungen besorgt. Erste Spitäler beobachten bereits einen Anstieg der Zahl der Corona-Patienten. 

Am Donnerstag schlug Gesundheitsminister Rudolf Anschober Alarm - die Corona-Zahlen sind zu hoch. "Täglich steigende Infektionszahlen und leider auch wieder steigende Hospitalisierungszahlen geben Anlass zur Sorge", so der Minister. Die Lage sei besorgniserregend. "Wir müssen es schaffen, diese Anstiege zu drücken", so Anschober. Am 15. März komme es zur Evaluierung mit den Fachexperten: Man müsse ganz offen sagen, dass eine solche Entwicklung geplante Öffnungsschritte wie bei der Gastronomie nicht möglich machen würde und es neue Corona-Maßnahmen brauche, so Anschober. Dies wolle man zwar verhindern, man müsse aber auf gegebenenfalls steigende Zahlen reagieren.

Auslastung in ersten Spitälern steigt bereits rasant 

In den Spitälern sei man über die vergangenen Tage bei einem Plus von 20 Prozent angelangt, was ein sehr "alarmierender" Trend sei, so Anschober. Er verglich die aktuelle Situation mit dem Oktober 2020: Damals habe es eine rasante Entwicklung gegeben, "die uns extreme Schwierigkeiten gemacht hat", man habe es "gerade" mal geschafft, Triagen zu verhindern.

Niederösterreich ist nun als erstes Bundesland wieder in Sorge, was die Auslastung der Krankenhausbetten betrifft. 522 neue Corona-Fälle verzeichnete das Bundesland am Donnerstag. Anlass zur Sorge bereitet aber auch die Auslastung in den Spitälern. Dort steigt die Zahl der zu behandelnden Corona-Patienten ebenso an. 78 Patienten bedürfen sogar einer intensivmedizinischen Betreuung - so viele waren es zuletzt Mitte November, berichtet auch die "Krone".

Im Kampf gegen die weitaus ansteckendere Südafrika-Mutation kündigte das Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig an, künftig K2-Kontaktpersonen bei Verdacht auf die Mutation umgehend testen zu lassen, so die "Krone". 

Experten warnen 

In einem Puls24-Interview sprach auch der Statistiker Erich Neuwirth mit Bianca Ambros über die steigenden Corona-Zahlen. "Wir haben jetzt einen exponentiellen Trend, und das durchgehend seit 12. Feber. Diese Entwicklung ist fast das Schlimmste, was hier passieren kann." Sofern man die Entwicklung der Kurve "ungebremst weiterlasse, dann haben wir bald wieder ein Problem mit den Spitälern und auch mit vermehrten Todesfällen", erläutert Neuwirth weiter.

Warnung vor dritter Welle

Auch Virologe Andreas Bergthaler zeigt sich besorgt. Sehr viele Kennzahlen deuten nämlich darauf hin, dass die Situation sich "weiter zuspitzen wird". Daher sei es falsch, über weitere Öffnungsschritte nachzudenken, wo man sich doch eher darüber Gedanken machen sollte, "welche Hebel man jetzt noch umlegen sollte, um diese dritte Welle - die auf uns wahrscheinlich zukommt - möglichst anzuhalten oder in irgendeiner Form zu reduzieren".

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