In der Generali Arena birgt das Aufeinandertreffen der beiden Wiener Großklubs diesmal besondere Brisanz. Denn sportliche kriselte es sowohl in Favoriten, als auch in Hütteldorf in den letzten Wochen deutlich. Das konnten auch die Cup-Erfolge der Austria (4:0 in St. Anna) und von Rapid (5:2 nach Überstunden gegen Gurten) nicht ändern. Die Grün-Weißen rangieren aktuell nur auf Rang sieben, die Violetten sind gar nur Zehnte. Beide Teams brauchen dringend Punkte.
Dafür benötigt die Austria auch Tore. Bisher haben die "Veilchen" sechs Volltreffer erzielt – nur Schlusslicht Austria Lustenau weniger. Und vier davon gehen auf das Konto von Andreas Gruber. Ein Goalgetter, wie es der zu Hertha Berlin abgewanderte Haris Tabakovic mit 21 Treffern bis zu seinem Abgang war, ist nicht in Sicht. Mit Alexander Schmidt und dem von Hoffenheim geliehenen Fisnik Asllani wurden zwar zwei Mittelstürmer geholt, überzeugen konnten sie bisher noch nicht. Schmidt stand zuletzt in Altach gar nicht im Kader.
"Die beiden mit Haris zu vergleichen, das wäre ein Rucksack für die Spieler, den sie nicht verdient haben. Wir wollen sie daran auch nicht messen. Wir müssen sie entwickeln und dann auch in Kauf nehmen, dass sie noch ein bisschen brauchen", erklärte Austria-Coach Michael Wimmer die aktuelle Torjäger-Krise der "Veilchen". Und wurde mit Blick auf den Ex-Torjäger deutlich: "Das Thema Haris ist seit Wochen vorbei. Haris gibt es nicht mehr. Wir müssen schauen, dass wir mit den Spielern, die wir haben, das Beste draus machen", so der Deutsche.
Doch wie steht es aktuell um die beiden Sommer-Zugänge? "Alex hat Rückstand. Ich sehe ihn im Training arbeiten. Aktuell sehe ich ihn aber nicht vor Fisnik oder in der Startelf. Wir wussten aber, dass es Zeit braucht. Und Fisnik muss sich auch dran gewöhnen, wie wir spielen. Er weicht noch zu sehr aus. Wir haben besprochen, dass wir ihn vorne als Wandspieler brauchen", führte Wimmer weiter aus.
Entscheidender sei nun, positiv zu denken. "Als am Mittwoch die ersten Chancen nicht reingingen, haben wir wieder gezweifelt. Dominik Fitz sagte nach dem Spiel: ,Den Einfachen mache ich nicht, den Schwierigen mache ich dann rein´, wir beschäftigen uns gerade mit dem Negativen. Jedes Erfolgserlebnis kann jetzt Selbstvertrauen geben", unterstrich Wimmer. Den Deutschen stimme aber auch nachdenklich, "dass wir, wenn wir ein Tor gemacht haben, zu einem Gegentor neigen. Es fehlt dann auch die Konsequenz hinten", so der Deutsche. "Der Schlüssel ist es, aktiv zu bleiben, sich auch nach dem Tor nicht auszuruhen", gab der Deutsche die Richtung vor.
Immerhin spricht die Statistik klar für die Austria. Die Wiener sind in Derbys seit elf Spielen ungeschlagen. Zumindest das sollte Selbstvertrauen geben.