Die Veilchen hatten ins Rückspiel der dritten Quali-Runde zur Conference League einen 2:1-Vorsprung mitgenommen. Doch gegen die spielstarken Israelis wurde es die erwartet harte Partie. Beitar ging durch Treffer von Omer Atzili (32.) und Johnbosco Kalu (56.) mit 2:0 in Front, zu diesem Zeitpunkt waren die Veilchen raus. Kelvin Boateng verkürzte schnell (58.). Es ging dann ins Elfmeterschießen, in dem die Wiener die Nerven bewahrten.
Nur Toptalent Vasilije Markovic vergab, knallte den Ball an die Innenstange. Davor hatten Manfred Fischer, Tae-Seok Lee und Reinhold Ranftl verwertet. Es war dann Sanel Saljic, der mit dem fünften Penalty den Austria-Einzug ins Play-off der Conference League klarmachte. Zuvor hatte Samuel Sahin-Radlinger gegen Timothy Muzie pariert, Eugene Ansah die Latte getroffen.
"Das waren 120 Minuten Kampfgeist, das Tor verteidigen. Ich bin so stolz auf die Mannschaft", strahlte Austrias neuer "Zehner" Saljic, der den entscheidenden Elfmeter versenkt hatte. "Ich bin ganz ruhig, ohne Druck hingegangen, bin ein entspannter Typ", so der 21-Jährige völlig gelassen.
"Wir hatten das nicht so vor heute. Wir wollten es während des Spiels erledigen, aber Beitar Jerusalem hat es gut gemacht", atmete auch der starke violette Tormann Sahin-Radlinger auf. "Ich bin umso glücklicher, dass wir die Partie gezogen haben. Jeder einzelne Spieler hat alles auf dem Platz gelassen. Mich freut es, dass die Europacup-Reise weitergeht", meinte der Keeper.
Austria-Coach Stephan Helm strich derweil die Mentalität seiner Mannschaft hervor: "Vor zwei Jahren gegen Ilves Tampere hat man die Spieler halb bedrohen müssen, dass sie zum Elfmeter hingehen, heute kamen acht Spieler zu mir. Man sieht, welchen Schritt die Mannschaft gemacht hat."
Richtig emotional wurde dann Austria-Kapitän Manfred Fischer nach dem Spiel. "Heute haben alle Schutzengel runtergeschaut. Irgendwann muss das Glück auf unsere Seite fallen. Die Jungs haben gefightet bis zum Ende, spielerisch war es nicht auf Top-Niveau, das hat jeder gesehen", so Fischer, der auch kurz auf den nächsten Gegner blickte: Mit Sporting Braga aus Portugal wartet ein echtes Schwergewicht. "Im Fußball kannst du jeden Gegner schlagen, wenn man an sein Leistungsmaximum kommt. Dass es in Braga und auch hier ein ganz schwieriges Spiel wird, ist klar. Aber das ist mir jetzt egal. Ich freue mich für die Jungs, dass wir die beiden Bonusspiele noch kriegen", so der Kapitän. "Wir spielen mit so vielen jungen Spielern, fighten gemeinsam, gewinnen und verlieren gemeinsam", ergänzte der Routinier.
"Das Ziel war, weiterzukommen. Wie es dann zustande kommt, ist uns mehr oder weniger egal. Heute darf sich jeder Austria-Fan freuen", schmunzelte der eingewechselte Rechtsverteidiger Ranftl.