Stillstand in der österreichischen Bundesliga. Nach dem Ausbruch des Coronavirus wird bis Anfang Mai kein Spiel angepfiffen. Die Austria-Kicker bleiben trotzdem in Wien.
Wie Veilchen-Sportdirektor Ralf Muhr in einem Skype-Interview erklärte, haben die Wiener ihren Legionären die Abreise aus Österreich verboten.
"Nachdem die Ausgangsbeschränkungen bekannt gegeben wurden, hat der eine oder andere Spieler gesagt, dass er nach Hause fahren möchte. Aber wir haben ihnen gesagt, dass wir das nicht zulassen können. Alle Spieler sind in Wien", erklärte der violette Sportdirektor.
Die Situation ist vor allem für die jungen Legionäre ein Problem. Die Leihspieler Andreas Poulsen und Erik Palmer-Brown sind alleine in Wien. Deshalb versucht Muhr, den Kontakt besonders intensiv zu halten. "Ich will ihnen aber auch nicht jeden Tag auf den Geist gehen. Mein Eindruck ist aber, dass sie diszipliniert und fokussiert sind." Alle Spieler halten sich mit Heimprogrammen fit. "Es geht aber auch darum, keinen Druck aufzubauen", so Muhr.
Der 47-Jährige glaubt jedenfalls, dass es bald weitergehen könnte. "Ich hoffe, dass wir irgendwann im Mai zu trainieren beginnen können und dann mit einer kurzen Vorbereitung die Saison im Sommer zu Ende spielen können."
Vom weiteren Verlauf der Spielzeit sind auch Vertragsgespräche abhängig. Options-Stichtage müssen eingehalten werden, Spielerverträge laufen aus. "Peter Stöger, Alex Bade und ich haben uns darauf verständigt, nach Ostern die Gespräche zu führen. Allerdings in einem Rahmen, der wirtschaftlich machbar ist."
Muhr hofft jedenfalls auf Zusammenhalt in der Bundesliga. Schließlich ist ein Abbruch der Saison nicht völlig ausgeschlossen. "Es wird nicht nur Gewinner geben. Wir sitzen alle im selben Boot. Ob es dann bei einer Annullierung mit dem Solidaritäts-Gedanken so weitergeht, wird sich zeigen."
Während die Spieler der Austria in Kurzarbeit geschickt wurden, gilt dies nicht für Muhr. "Ich versuche, die Kommunikation zwischen Spielern, Trainern, den Young Violets, dem Reha-Team und der Sportwissenschaftsabteilung aufrecht zu halten. Aber auch ich leiste meinen Beitrag, um den Fortbestand der Austria über den Sommer zu sichern."