Die Wiener Austria verlor Mittwochabend vor 37.500 Fans im Ernst-Happel-Stadion unglücklich das erste Match in der Gruppenphase der Champions League gegen den FC Porto 0:1, machte sich dabei aber viele Freunde. Die Violetten waren nicht der von vielen erwartete Jausengegner im Konzert der Großen, versetzten im Gegenteil sich selbst und die Zuschauer in Champions-League-Ekstase mit "Gänsehaut-Feeling". "Die Stunde des Siegers kommt für jeden irgendwann" war vor dem Spiel in großen Lettern in der Fan-Kurve zu lesen - eine Prophezeiung!
Die , machte sich dabei aber viele Freunde. Die Violetten waren nicht der von vielen erwartete Jausengegner im Konzert der Großen, versetzten im Gegenteil sich selbst und die Zuschauer in Champions-League-Ekstase mit "Gänsehaut-Feeling". "Die Stunde des Siegers kommt für jeden irgendwann" war vor dem Spiel in großen Lettern in der Fan-Kurve zu lesen - eine Prophezeiung!
Es war wieder die mangelnde Chancenauswertung. Wie schon in der Meisterschaft bei der 2:3-Pleite gegen Grödig letzten Samstag, wäre mit mehr Effizienz auch gegen Porto weit mehr möglich gewesen. Da macht der Fußball keinen Unterschied zwischen einer portugiesischen Millionentruppe und einem Bundesliga-Aufsteiger aus Salzburg.
"Können mit den Großen mithalten"
Austria hatte mit Daniel Royer den besten Mann am Platz in ihren Reihen, belohnte sich aber nicht. Beeindruckt vom Flair der Champions League überwog bei den Akteuren in den Happel-Katakomben nach den ersten 90 Minuten der Gruppenphase deshalb die Selbstkritik. "Wir haben gesehen, dass wir mit den ganz Großen mithalten können, hatten mehr Chancen, als sich alle erwarteten. Wir hätten gewinnen können. Da müssen wir uns ein Kompliment für eine tolle Leistung aussprechen. Leider haben wir nicht gewonnen", sagte Goalie Heinz Lindner treffend.
"Wir haben uns super verkauft. Am Ende des Tages haben wir aber keinen Punkt gemacht und das ist sehr bitter", meinte auch Markus Suttner, der Danilo vor dem entscheidenden Tor auf seiner linken Seite nicht halten konnte. Seinen Ehrgeiz brach das aber nicht: "Man hat gesehen, dass wir in der Gruppenphase nicht auf Urlaub sind. Wir wollen mitspielen und haben gesehen, dass es möglich ist."
"Gänsehaut-Feeling"
Das Motto "Dabeisein ist alles" soll nicht zum Credo werden. Obwohl Austria mit dem Einzug in die Gruppenphase aus östereichischer Sicht schon Großes erreicht hat. Das wissen vor allem die Fans zu schätzen, die sich seit dem Nachmittag im Wiener Prater auf das Match einstimmten und dann - anders als in manchen Spielen der Meisterschaft - über die volle Distanz bedingungslos hinter der Mannschaft standen.
Es war dieses ganz besondere "Gänsehaut-Feeling", dass jeder in sich aufsaugen wollte. Die Königsklasse war erstmals seit 2.842 Tagen Pause wieder zu Gast in Wien. Um 20.41 Uhr erklang die berühmte Hymne der Champions League wieder für einen Verein aus Österreich. Das Glitzern in den Augen der violetten Debütanten war nicht zu übersehen.
"Jeder hatte Herz am rechten Fleck"
"Trotz der Niederlage erfüllt es mich mich unglaublichem Stolz, dass ich als Kapitän eine Mannschaft in der Champions League auf das Feld führen durfte. Jeder hatte das Herz am rechten Fleck", beschrieb Manuel Ortlechner seine Emotionen. "Wir haben uns diesen Bubentraum erfüllt, jeder Kicker will das erreichen. Ein absoluter Hammer. Wir waren zu früh im Tunnel, mussten sechs Minuten warten, ehe es raus ging. Wir waren richtig heiß und dann ertönt für uns die Hymne der Champions League, die du sonst nur im Fernsehen hörst."
Das Wort Doppelbelastung will Ortlechner deshalb im Hinblick auf die Meisterschaft nicht hören. "Ja, wir haben viel zu tun, viele Medientermine, Fotoshootings rund um die Champions League. Doch wir leben unseren Traum und deshalb werde ich mich nie beschweren. Andere Menschen müssen auch um sechs Uhr aufstehen und in die Arbeit gehen."
"Österreich kann stolz sein"
Die Bundesliga-Realität nach dem Ausflug in die Königsklasse heißt am Wochenende Sturm Graz. "Ganz Österreich kann nach der Leistung gegen Porto stolz auf uns sein, doch jetzt wartet wieder der Liga-Alltag, der genauso wichtig ist", sagte Stürmer Philipp Hosiner, der endlich wieder die Treffsicherheit des Torschützenkönigs der Meistersaison finden will.
Michael Lechner, Ernst-Happel-Stadion