Austria-Vorsänger war unter U-Bahn-Randalierern

Die Slovan-Hooligans randalierten in Wien und legten sogar die U-Bahn lahm. Unter ihnen war auch ein Vorsänger des Austria-Fanklubs "Fanatics".

Der 4:0-Europacup-Triumph von Rapid gegen Slovan Bratislava war überschattet von Krawallen der slowakischen Anhänger in Wien. Rund 600 Hooligans stoppten eine Garnitur der U4 und sorgten für Chaos. Unter den Slovan-Krawallbrüdern soll sich auch ein Vorsänger des führenden Austria-Fanklubs "Fanatics" befunden haben. Außerdem erlitt eine Polizistin einen Beinbruch.

Der unrühmliche Abend begann laut Polizeisprecherin Irina Steirer schon kurz vor 19 Uhr in Oberlaa. Dort wurden bereits Baseballschläger und Schlagringe von der Polizei sichergestellt, ein Mann wurde wegen aggressiven Verhaltens festgenommen.

Fanatics-Vorsänger bei Slovan-Hooligans

Dann ging die Reise mit der U-Bahn nach Hütteldorf los. In der Nähe der U4-Station Schönbrunnwurde von den "Fans" eine Tür gewaltsam aufgerissen und die Notbremse betätigt. Wieder musste die Polizei eingreifen. Von den Anhängern wurden die Beamten mit "Rassist - Faschist- Hooligan"-Sprechchören empfangen. Unter ihnen war auch ein Vorsänger des Austria-Fanklubs "Fanatics".

Austria-Vorstand Markus Kraetschmer reagierte mit einem Statement: "Uns liegt bis dato noch nichts vor. Aber wenn es Fakten in Form von Bild- oder Videomaterial gibt oder ein Polizeibericht dazu vorliegt, dann werden wir das zum Anlass nehmen, das abzustellen."



Beinbruch, Überfall auf Tankstelle

Die Polizei holte die knapp 600 Fans aus dem Zug, dabei wurden zwei Beamtinnen verletzt. Eine erlitt einen Beinbruch, die zweite Polizistin wurde von Pfefferspray getroffen. Dann trat die Exekutive mit den Anhängern einen Fußmarsch in Richtung Hütteldorf an. Dort kam es wieder zu einem Zwischenfall. Mehrere Personen plünderten einen Tankstellenshop und verursachten einen Schaden von mehreren hundert Euro.

Das Stadion sahen die Slovan-Krawallbrüder nicht von innen, denn auf dem Weg kam es zu mehreren Verstößen gegen das Pyrotechnik-Gesetz. So stoppte die Polizei den Konvoi auf der Linzer Straße, Ecke Ameisgasse. Von 480 Personen wurde die Identität festgestellt, es folgten mehrere Anzeigen. Danach wurden die Anhänger wieder zum Ausgangspunkt in Oberlaa zurückgeschickt.

Homophobes Rapid-Banner

Auch die Rapid-Fans leisteten sich eine Entgleisung. Im Block West hing ein Transparent, das zur Hälfte die Wappen von Slovan und der Austria zeigte. Dazu war der Text "We hate Homos" zu lesen. Dem Verein ist der Banner nicht aufgefallen, daher wurde er auch nicht entfernt. "Generell sind jegliche diskriminierenden und damit auch homophoben Äußerungen nicht mit dem Leitbild des SK Rapid vereinbar", reagierte auch Rapid.

(Heute Sport)

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