Austria Wien nach erstem Sieg nicht mehr Letzter

Der Bann ist gebrochen! In der achten Runde der tipico Bundesliga feiert die Wiener Austria den lang erwarteten ersten Saisonerfolg. Mit einem Doppelpack war Omer Damari maßgeblich am Premierensieg beteiligt. Die Spielphilosophie von Gerald Baumgartner dürfte bei den Veilchen langsam Früchte tragen.

 

Im Vorfeld des Duells zwischen Austria Wien und der SV Ried hatte Veilchen-Coach Gerald Baumgartner einige Umstellungen angekündigt und die fanden tatsächlich statt. Durch die Verletzungen von Gorgon, Ortlechner und Harrer rückten die "Tribünenhocker" Roman Kienast und Fabian Koch in den Kader, Florian Mader schaffte es sogar in die Startformation. Bei den violetten Fans war vom "Pulverfass" Austria nichts zu merken. Es gab keinen Boykott der Anhänger, stattdessen wurde kräftig angefeuert. 

Die Hausherren begannen dominant, hatten das Spiel in der Anfangsphase im Griff. Bei scharfen Hereingaben von Royer und Meilinger war die Rieder Defensive allerdings zur Stelle. Doch das druckvolle Spiel der Wiener zahlte sich aus. In der 14. Minute spielte Suttner den freien Damari an der Strafraumgrenze an, der aus der Drehung sehenswert einnetzte - die frühe Führung für das Liga-Schlusslicht. Nur fünf Minuten später fand Daniel Royer mit einem Querpass im Strafraum keinen Mitspieler. 

Gegentreffer und prompte Antwort

Das von Baumgartner gepredigte schnelle Umschaltspiel funktionierte gut, oftmals fehlte es aber an der nötigen Präzision beim letzten Pass. In der 28. Minute legte Larsen für Damari quer, im letzten Moment konnte Thomas Reifeltshammer vor dem einschussbereiten Israeli klären. Hatte die Austria Großchancen vergeben, fanden die Rieder nach einer halben Stunde besser ins Spiel. Das Resultat war der Ausgleich durch Denis Thomalla nach Stanglpass von Stefan Lainer in der 35. Minute. 

Doch postwendend gingen die Austrianer wieder in Führung. Ein abgelenktes Damari-Zuspiel drückte Daniel Royer aus kurzer Distanz über die Linie - 2:1 in der 36. Minute. Danach konzentrierten sich die "Veilchen" wieder mehr auf das Verwalten des Ergebnisses, ließen keine Rieder Chancen mehr zu, konnten aber bis auf einen satten Larsen-Hammer, den Gebauer sicher fing (45+1.) selbst nicht gefährlich werden. 

Doppelpack für Damari

In der Kabine dürfte SV Ried-Coach Oliver Glasner die richtigen Worte gefunden haben, denn in die zweite Halbzeit starteten die Innviertler überfallsartig. In der 47. Minutefand ein Querpass Thomas Fröschl, der von der Höhe des Elfmeterpunktes abzog, Heinz Lindner mit einem Reflex den neuerlichen Ausgleich verhindern musste.Sofort nach dem Beinahe-Schock übernahm die Austria wieder das Kommando. Nach schönem Lochpass auf Meilinger brachte der Flügelflitzer die ideale Flanke auf Damari, der frei zum 3:1 einköpfte (56.)

Danach wurde die Stimmung in der Generali Arena noch besser: "Die Austria Wien ist wieder da", skandierte die Osttribüne und würdigte den Doppelpacker mit einem eigenen Gesang. Danach sangen die Fans "Austria Wien, jeder Sieg ist so wunderschön". 

Rieder Lattenpendler

Die Partie wurde zunehmend zerfahrener, Fouls unterbrachen vielversprechende Angriffe. Es dauerte bis zur 67. Minute, als es Austrias Ersatz-Kapitän Markus Suttner nach schönem Solo mit einem Schuss versuchte, der knapp das Tor verfehlte. Die Rieder versuchten, ins Spiel zu finden, kamen aber über Freistoßflanken, die nur wenig Gefahr erzeugen konnten, nicht hinaus, denn die Veilchen waren aufs Ergebnis-Verwalten aus, ließen Gegner und Ball laufen.

In der 73. Minute schien nach Gelb-Rot für den Rieder Gernot Trauner der Widerstand gebrochen, doch postwendend kamen die Innviertler zur ihrer größten Chance in der zweiten Spielhälfte. Thomas Fröschl setzte sich gegen as Innenverteidiger-Paar der Austria durch und überhob den herausgekommenen Heinz Lindner, von der Latte sprang der Ball hinter die Linie - Referee Harkam entschied nicht auf Tor.  

Beinahe der Damari-Hattrick

Gegen zehn Mann taten sich die Violetten in der Schlussphase leichter, zogen ein Ballbesitz-orientiertes Spiel auf. Gegen einen Schuss des aufgerückten Innenverteidigers Vance Shikov musste Ried-Keeper Gebauer mit einer Glanzparade den Treffer verhindern. Oliver Kragl hämmerte noch einen Rieder Freistoß in die Arme von Heinz Lindner (85.). 

Mit einem Konter wäre Omer Damari beinahe der Hattrick gelungen. In der 89. Minute vergab der Israeli alleine vor Keeper Gebauer. Unmittelbar danach wurde der Stürmer unter tosendem Jubel ausgetauscht, Roman Kienast nahm seinen Platz ein. Die Veilchen spielten den Sieg souverän über die Zeit. Die Welt in Favoriten scheint zumindest bis nächsten Sonntag, wo die Veilchen beim Meister Red Bull Salzburg gastieren, wieder in Ordnung.

Markus Weber

FK Austria Wien - SV Ried Endstand 3:1 (2:1)

Wien, Generali Arena, 7.082, SR Harkam.

Torfolge: 1:0 (15.) Damari, 1:1 (36.) Thomalla, 2:1 (37.) Royer, 3:1 (56.) Damari

Austria: Lindner - Stryger Larsen, Sikov, Ramsebner (54. Rotpuller), Suttner - Holland - Meilinger, Mader, Grünwald, Royer (46. De Paula) - Damari (90. Kienast)

Ried: Gebauer - Lainer, Janeczek, Reifeltshammer, Burghuber - Trauner - Perstaller (46. Walch/68. Kragl), Ziegl, Elsneg, Fröschl (87. Möschl) - Thomalla

Gelb-Rot: Trauner (73./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Holland bzw. Fröschl, Reifeltshammer, Ziegl

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