Sport

Austria will gegen Zenit Absturz verhindern

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:45

Die Austria ist heute Abend in St. Petersburg nur krasser Außenseiter. Nach Cup- und Ligapleite sind die Violetten in der Champions League gegen Zenit gefordert (Heute-Liveticker ab 17.30 Uhr). Zenit-Star Arschawin: "Wir werden sehr, sehr stark sein".

Die ). Zenit-Star Arschawin: "Wir werden sehr, sehr stark sein".

David gegen Goliath, die Zweite! Nach der 0:1-Auftaktniederlage in der Champions League daheim gegen Porto gastiert die Austria heute in St. Petersburg – wieder als krasser Außenseiter. Der Marktwert der Russen beträgt 206 Millionen Euro, jener der Wiener 22 Millionen.

Zusätzlich erschwerend: das fehlende Selbstvertrauen der Veilchen nach Blamagen gegen Kalsdorf (1:2) und Admira (0:1) sowie die lange Verletztenliste. "Wir befinden uns im Fallen. Es ist Zeit, dass wir den Fallschirm öffnen", fordert Sportvorstand Tommy Parits.

Austria will nicht Zagrebs Fehler machen

Positiv: Flügelflitzer Daniel Royer hat seine muskulären Probleme überwunden, spielt von Beginn an. Dazu kommt, dass Nenad Bjelica sein Team perfekt auf den Gastgeber eingestellt hat. Der Austria-Coach hofft darauf, dass Zenit seine Elf unterschätzt. "Das hat Dinamo Zagreb auch getan – und ist ausgeschieden."

Diesen Gefallen will der dreifache russische Meister den Wienern nicht machen. "Wir werden sehr, sehr stark sein", kündigt Andrej Arschawin an. Der 32-Jährige gehört mit Hulk, Danny und Kerschakov zum fulminanten Offensiv-Quartett Zenits. Allein Hulk und Danny halten bei 17 Saisontoren.

Geld spielt keine Rolle

Geld spielt bei Zenit jedenfalls keine Rolle. Hinter dem Verein steht seit 2005 Hauptsponsor Gazprom. Russlands staatliche Erdgasgesellschaft, gleichzeitig die größte der Welt, gilt als verlängerter Arm des Kreml. Gazprom wird als wirtschaftliches sowie politisches Werkzeug von Staatspräsident Wladimir Putin gesehen.

Wie Putin stammt auch Ministerpräsident Dmitri Medwedew aus St. Petersburg und sympathisiert ebenfalls mit Zenit. Eine mächtigere und einflussreichere Achse kann ein Fußball-Verein wohl kaum haben. Für den Lieblingsclub des prominenten Polit-Duos wird seit 2007 ein neues Stadion-Schmuckkästchen gebaut.

Stadion um eine Milliarde Euro

Die 60.000-Zuschauer-Arena auf der Krestowski-Insel soll bis zur Fertigstellung rund eine Milliarde Euro kosten und demnach zum teuersten Stadion Europas werden. Das neue Stadion gilt als russischer Fixpunkt für die Heim-WM 2018 sowie für die Austragung von Spielen bei der EM 2020, die in ganz Europa stattfinden wird.

Seit 2012 ist Gazprom auch einer der Hauptsponsoren der Champions League selbst. Mittels Sport-Sponsoring möchte Gazprom die Bekanntheit und Beliebtheit im Westen deutlich steigern. Und dafür mischt man vor allem im Fußball-Geschäft kräftig mit. Zenit ist nicht der einzige Verein, der sich über Unterstützung freuen darf. In Deutschland wirbt bereits seit 2006 der FC Schalke 04 für Gazprom, soll dafür jährlich rund 16 Mio. Euro erhalten. Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer wirbt als Sportbotschafter für Gazprom. Zudem existieren Partnerschaften mit dem englischen Spitzenclub Chelsea und dem serbischen Traditionsverein Roter Stern Belgrad.

Ex-Bulle Beiersdorfer bei Zenit

Der sportlichen Führungsriege von Zenit gehört neben Coach Luciano Spalletti auch Dietmar Beiersdorfer an. Der Deutsche arbeitete von 2009 bis 2011 als Gesamtleiter des Fußball-Projektes von Red Bull in Salzburg. In St. Petersburg heuerte Beiersdorfer dann 2012 an, Zenit bezeichnet er als "die Bayern Russlands". Von seinem neuen Arbeitsplatz ist Beiersdorfer nicht nur sportlich begeistert. "St. Petersburg ist eine der schönsten Städte der Welt", merkte der Ex-Salzburger an. Das Ziel von Beiersdorfer ist klar: "Wir wollen die Gruppenphase der Champions League überstehen, alles andere wäre eine herbe Enttäuschung."

Jetzt E-Paper lesen