Wer in der Stadt einen Parkplatz sucht, kennt das Problem: Oft passt das Auto nicht in die Lücke. Laut einer aktuellen Studie wird sich diese Situation in Zukunft noch verschärfen, denn die Neuwagen werden immer größer.
Die durchschnittliche Länge der in Europa verkauften Autos ist seit dem Jahr 2000 jährlich um 1,2 Zentimeter gestiegen. Auch die Breite nimmt um 0,5 Zentimeter pro Jahr zu, ebenso die Höhe der Motorhaube.
Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) hat diese Zahlen in einer neuen Untersuchung veröffentlicht, wie heise.de berichtet.
War ein Neuwagen im Jahr 2000 noch durchschnittlich 4,09 Meter lang und 1,69 Meter breit, sind es 2025 bereits 4,38 Meter Länge und 1,82 Meter Breite. Setzt sich dieser Trend fort, werden Autos 2040 im Schnitt 4,56 Meter lang und 1,9 Meter breit sein.
Die Folgen für Städte wären drastisch: Zwischen 8,5 und 14 Prozent der Parkflächen könnten verloren gehen, weil ein Auto oft mehr als einen Stellplatz ausfüllt. In Berlin etwa würden dadurch bis zu 117.500 Parkplätze wegfallen.
Doch nicht nur das Parken wird zum Problem. Mit der wachsenden Fahrzeuggröße steigt auch die Gefahr für ungeschützte Verkehrsteilnehmer. Die Höhe der Motorhaube lag 2010 bei 77 Zentimetern - bis 2040 könnte sie auf 92 Zentimeter anwachsen.
Das schränkt die Sicht auf die Straße ein und macht Unfälle tödlicher. Besonders gefährdet sind dabei Kinder, Fußgänger und Radfahrer. Laut der Studie könnten bei ungebremstem Wachstum bis 2040 jährlich 40 Prozent mehr Kinder bei Autounfällen ums Leben kommen.
Einige Städte versuchen bereits gegenzusteuern. Paris hat 2024 nach einer Volksabstimmung die Parkgebühren für SUVs verdreifacht - im Zentrum kostet das Abstellen eines großen Fahrzeugs nun 18 Euro pro Stunde.
In Zürich werden ab 2027 die Tarife beim Anwohnerparken nach dem Gewicht des Fahrzeugs berechnet. Die Studienautoren fordern auch auf EU-Ebene Obergrenzen für Fahrzeugabmessungen sowie eine stärkere Förderung von Kleinwagen.