Schlaglöcher, marode Brücken und bröckelnde Tunnelwände könnten bald der Vergangenheit angehören. Forscher der Technischen Universität Delft haben unter der Leitung von Professor Erik Schlangen einen revolutionären Baustoff entwickelt: Beton, der sich selbst heilt.
Der Clou dahinter: Bakteriensporen der Art Sporosarcina pasteurii sind in winzigen Tonkapseln im Beton eingebettet. Sie können über Jahrzehnte im Material schlummern, bis sie zum Einsatz kommen.
Wie chip.de unter Berufung auf ZDFheute berichtet, werden die Bakterien erst aktiv, wenn durch Risse Regenwasser eindringt. Dann produzieren sie Calciumcarbonat, also Kalk, der die Risse innerhalb weniger Wochen wieder verschließt.
Der selbstheilende Beton ist keine Zukunftsmusik mehr. Das niederländische Unternehmen Basilisk nutzt die Technologie bereits bei Brücken, Tunneln und Wassertanks – überall dort, wo langfristige Stabilität besonders wichtig ist.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Reparaturbedarf, längere Lebenszyklen der Bauwerke und deutlich geringere CO₂-Emissionen. Zwar ist die Herstellung noch etwas aufwendiger, doch auf lange Sicht rechnet sich das Material.
Der Bedarf ist riesig: Allein in Deutschland sind laut Experten rund 4.000 Autobahnbrücken sanierungsbedürftig, viele davon über 50 Jahre alt. Selbstheilender Beton könnte hier zum echten Game-Changer werden.
Auch in den USA wird an Varianten geforscht. Dort setzen Wissenschaftler auf polymerbasierten Selbstheilbeton, der Risse sogar innerhalb eines einzigen Tages schließen kann. Die Zukunft des Bauens wird biologisch.