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Bammer: "Ende des Jahres will ich Top 20 sein"

Sybille Bammer im Talk mit sportnet.at über ihr zurückgewonnenes Selbstvertrauen, das prophetische Talent von Tochter Tina und hoch gesteckte Ziele.
Heute Redaktion
14.09.2021, 17:12

Die kleine Tina hatte es geahnt. "Bei der Autofahrt nach Prag hat sie die ganze Zeit nur davon geredet, dass ich das Turnier gewinne. Jetzt, wo ich zurückdenke, ist das schon lustig", berichtet Sybille Bammer über die hellseherischen Fähigkeiten ihrer Tochter. Was die am Dienstag acht Jahre alt werdende Tina ankündigt, tritt letztlich wirklich ein. Dabei war mit einem Turniererfolg von Österreichs Nummer eins wahrlich nicht zu rechnen.

Seuchenjahr

Vor dem Erfolgslauf in der tschechischen Hauptstadt gelingt es Bammer nur in Indian Wells Mitte März, zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Mitverantwortlich dafür ist ständig wiederkehrendes Verletzungspech. Schulter und Nacken bereiten abwechselnd Probleme, Trainings- und Matchpraxis leiden darunter gleichermaßen.

"Beim Service bin ich nach wie vor nicht bei 100 Prozent, da merke ich den Trainingsrückstand", sagt Bammer, die für gewöhnlich bis zu einer Stunde am Tag am Aufschlag trainiert. "Derzeit sind es vielleicht zehn bis 15 Minuten. In den nächsten Wochen werde ich mich langsam wieder steigern", lässt die Ottensheimerin wissen.

Top 20? "Warum nicht"

Die hartnäckige Schulterverletzung ("mittlerweile fühle ich mich schon viel besser") ist es auch, die Bammer dazu veranlasst, sich für den Rest der Saison keinen Druck auzuerlegen. Ein hohes Ziel steckt sich die Oberösterreicherin dennoch. "Am Ende des Jahres will ich in den Top 20 stehen."

Als aktuell 28. der Welt wäre es bis dorthin kein unüberwindbar großer Ranglisten-Sprung, gilt es 2009 jedoch noch viele Zähler aus dem Vorjahr zu verteidigen. Bei den Olympischen Spielen in Peking, dem WTA-Turnier in Los Angeles und dem Grand-Slam-Event in New York erreichte Bammer jeweils das Viertelfinale und sackte eine Vielzahl an Punkten ein. Für die 29-Jährige kein Problem. "Wenn ich gesund bin, werde ich meine Leistungen bringen."

An der Grundlagenausdauer soll es jedenfalls nicht scheitern. Selbst nach zuletzt sieben Matches in elf Tagen verspürte Bammer keine allzu große Müdigkeit. "Ich hätte schon am Tag nach meinem Achtelfinale in Gastein schon wieder drei Sätze spielen können", lacht Bammer, die sich selbst zu den fittesten Spielerinnen auf der Tour zählt.

Mit Tina auf Tournee

Der Turnierplan führt die Spielerinnen im Spätsommer traditionell nach Übersee, Bammer greift in Los Angeles ins Geschehen ein. Mit dabei ist wieder "Glücksbringer" Tina, die im Herbst die 3. Klasse Volkschule besucht. "In den Ferien bietet es sich natürlich an, Tina mit zu den Turnieren zu nehmen", berichtet Bammer, die viel Kraft aus ihrer Familie schöpft. "Unabhängig davon, wie ich spiele, ist sie ein großer Rückhalt."

Bammer zählt auf der Tour nach wie vor zu der seltenen Spezies der Tennis-Mamas. "Eigentlich ist Rosana de los Rios aus Paraguay die einzige Mutter, mit der ich regelmäßiger Kontakt habe", erzählt die gebürtige Linzerin. Anna, die Tochter der Südamerikanerin, ist mit zwölf Jahren schon um einige Jahre älter als Tina. "Das macht aber nichts. Sie verstehen sich sehr gut", schmunzelt Bammer, die wohl nichts gegen eine Eingebung ihrer Tina im Flieger nach Los Angeles hätte.

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