Ein Forscherteam aus den USA arbeitet an einer revolutionären Stromquelle: Aus dem radioaktiven Isotop Strontium-90, einem Abfallprodukt aus Kernkraftwerken, sollen kompakte Batterien entstehen, die über 30 Jahre lang Energie liefern.
Das von der US-Forschungsbehörde DARPA finanzierte Projekt nutzt sogenannte Radiovoltaik. Dabei wird Betastrahlung direkt in elektrischen Strom umgewandelt - ähnlich wie Solarzellen Licht in Energie verwandeln.
Wie „Forschung und Wissen“ schreibt, liegt der Vorteil in der Konstanz: Der radioaktive Zerfall läuft unabhängig von Sonne, Temperatur oder Wetter über Jahre gleichmäßig weiter.
Im Mittelpunkt steht das Isotop Strontium-90, das bei der Kernspaltung in großen Mengen anfällt. Allein in den USA lagern über 100.000 Tonnen radioaktiver Abfall an mehr als 50 Reaktorstandorten.
Ein physikalischer Trick macht Strontium-90 besonders interessant: Es zerfällt zu Yttrium-90, das seinerseits weiter zerfällt. Pro Zerfall entstehen so zwei energiereiche Elektronen, was den Energieertrag deutlich erhöht.
Die Federführung liegt bei der Morgan State University in Baltimore, die einen Auftrag im Wert von 3,37 Millionen Dollar erhielt. Partner sind unter anderem der Rüstungskonzern Northrop Grumman.
Ein erster Prototyp ist für Anfang 2027 geplant. Als Zielmarke gilt eine Leistungsdichte von mehr als zehn Watt pro Kilogramm. Gelingt der Durchbruch, könnten solche Batterien künftig auch in Satelliten, medizinischen Implantaten oder abgelegenen Messstationen zum Einsatz kommen.