Die Umweltorganisation Greenpeace hat am Montagabend mit einer Lichtprojektion auf das Bundeshaus in Bern gegen die Nationalratsdebatte zum Bau neuer Atomkraftwerke protestiert. Die Aktivisten warfen dem Parlament vor, den Willen der Bevölkerung zu ignorieren.
Die Aktion fand anlässlich der Debatte zur Initiative 'Jederzeit Strom für alle (Blackout stoppen)' sowie zu einem Gegenvorschlag statt. Dieser Gegenvorschlag sieht vor, das Verbot für neue Atomkraftwerke aufzuheben. Greenpeace kritisierte, dass dadurch die Energiewende gefährdet werde.
Die Projektion zeigte eine Anlehnung an Edvard Munchs berühmtes Gemälde 'Der Schrei', kombiniert mit einem Radioaktivitätssymbol. Ein weiteres Bild zeigte das Gesicht von Wladimir Putin in Verbindung mit einem Kühlturm.
Lukas Bühler, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz, warnte vor wachsenden Gefahren durch einen möglichen Ausbau der Atomenergie: 'Mit dem Bau neuer AKW steigt die Gefahr von nuklearen Katastrophen.' Zudem entstehe mehr hochradioaktiver Atommüll, und die Abhängigkeit von Ländern wie Russland oder Kasachstan bei der Uranversorgung würde zunehmen.
Die Organisation verwies auf zwei frühere Volksabstimmungen: 2017 stimmte die Bevölkerung mit 58 Prozent für den Ausstieg aus der Atomenergie, 2024 wurde das Stromgesetz mit 69 Prozent angenommen. Damit sei der Rahmen für den Ausbau erneuerbarer Energien gesetzt.
Der Nationalrat will am Dienstag über die geplanten Änderungen bei den Atomkraftwerken abstimmen. Die Debatte ist sehr umstritten – entscheidend werden wohl die Kräfteverhältnisse innerhalb der politischen Mitte sein.