40 Jahre nach Tschernobyl

"Nuklearer Terrorismus": Selenskyj warnt vor Russland

40 Jahre nach Tschernobyl warnt Selenskyj vor neuen nuklearen Gefahren. Er macht Russland für "nuklearen Terrorismus" verantwortlich.
Newsdesk Heute
26.04.2026, 22:24
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40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl schlägt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj alarmierende Töne an. Er warnt vor neuen Gefahren durch den Krieg und richtet scharfe Kritik an Russland.

In einer Botschaft auf Telegram sprach Selenskyj von "nuklearen Terrorismus" und machte Moskau für eine zunehmende Bedrohung verantwortlich. Durch Angriffe und Drohnenoperationen bringe Russland die Welt erneut an den Rand einer Katastrophe.

Ukraine fordert Kontrolle der Anlage zurück

Besondere Sorge bereitet die beschädigte Schutzhülle über Reaktor 4 des 1986 havarierten Kraftwerks. Diese soll das Austreten von Strahlung verhindern. Ihre Sicherheit sei von globaler Bedeutung, betonte Selenskyj und forderte Konsequenzen: "Die Welt darf nicht zulassen, dass dieser nukleare Terrorismus weitergeht, und der beste Weg ist, Russland zu zwingen, seine wahnsinnigen Angriffe einzustellen".

Gemeinsam mit IAEA-Chef Rafael Grossi besuchte Selenskyj zudem eine neue Ausstellung zur Katastrophe. Dabei bekräftigte er, dass die Kontrolle über die Anlage wieder vollständig in ukrainische Hände zurückkehren müsse. "Für einen sicheren Betrieb muss die Anlage unter die Verwaltung durch ukrainische Betreiber zurückkehren", schrieb er auf X.

Seit Beginn des Krieges fordert Kiew auch den Abzug russischer Kräfte aus dem besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. Zeitweise war auch die Sperrzone rund um Tschernobyl unter russischer Kontrolle.

Mit einem Video erinnerte Selenskyj an die Katastrophe von 1986 und gedachte der Opfer: "Ehre sei allen Opfern der Katastrophe von Tschernobyl". In der Hauptstadt Kyjiw leben laut Stadtverwaltung noch mehr als 62.000 Betroffene, darunter über 30.000 sogenannte Liquidatoren, die damals an der Eindämmung beteiligt waren.

Auch in Belarus wurde der Jahrestag begangen. Das Land war besonders stark von den Folgen betroffen – ein Großteil des radioaktiven Niederschlags ging dort nieder. Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft gedachten der Opfer, während Aktivisten Kritik an der Regierung äußerten und ihr vorwerfen, die Folgen der Katastrophe herunterzuspielen.

Am 26. April 1986 geriet ein Test im Atomkraftwerk Tschernobyl außer Kontrolle. Der Super-GAU im Reaktor 4 führte zur größten Nuklearkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernenergie. Radioaktive Wolken zogen bis nach Nord- und Westeuropa, Hunderttausende Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Experten gehen von Zehntausenden Todesopfern aus.

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