Eine Welle von Cyberangriffen sorgt in Deutschland für Alarm: Mehrere Signal-Konten aus Politik, Wirtschaft und Medien sind ins Visier geraten. Die Bundesregierung sieht Russland als möglichen Drahtzieher.
Wie am Samstag aus Regierungskreisen verlautbart wurde, könnten hinter den Attacken russische Akteure stecken. Betroffen seien Nutzer des Messengerdienstes Signal, wobei nicht ausgeschlossen wird, dass noch weitere Personen ins Visier geraten sind. Die Sicherheitsbehörden hätten die Opfer der Phishing-Angriffe informiert, zudem sei ein möglicher Datenabfluss inzwischen gestoppt worden.
Seit Monaten warnen deutsche und internationale Sicherheitsdienste vor einer gezielten Angriffswelle. Ziel ist es demnach, Signal-Konten von Politikern, Beamten, Diplomaten, Militärs und Journalisten zu übernehmen. Bereits im Februar leitete Generalbundesanwalt Jens Rommel Ermittlungen ein – im Raum steht der Anfangsverdacht der Spionage.
Laut einem Bericht des "Spiegel" reichen die Angriffe bis in die deutsche Bundesregierung. Demnach sollen Bildungsministerin Karin Prien (CDU) und Bauministerin Verena Hubertz (SPD) betroffen sein. "Die Signal-Konten der beiden Politikerinnen sollen kompromittiert worden sein", berichtet das Magazin.
Damit gewinnt die Attacke weiter an Brisanz. Erst wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) Ziel der Phishing-Kampagne gewesen sein soll.