Russland wird ab dem 1. Mai kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland leiten.
Das Öl werde über andere Strecken umgeleitet, sagte der für Energiefragen zuständige russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak.
"Dies hängt mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten zusammen", erklärte er. Nowak machte auch deutlich, dass Russland kein Interesse habe, als Transitland zu fungieren: "Die Deutschen haben auf russisches Öl verzichtet, das heißt, bei ihnen ist alles in Ordnung."
Wie NTV berichtet, hatte zuvor der kasachische Energieminister Jerlan Akkenschenow erklärt, Russland habe den Öl-Transit über die Druschba mit Null eingeplant. Er mutmaßte, dass dies mit ukrainischen Angriffen auf russische Ölanlagen zusammenhänge.
Betroffen ist die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt, eine der größten Deutschlands. Sie versorgt den gesamten Nordosten inklusive Berlin. "Neun von zehn Autos in Berlin und Brandenburg fahren mit Kraftstoff aus Schwedt", wirbt die Anlage.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zeigte sich zuversichtlich, dass die Produktion aufrechterhalten werden kann. Das Ministerium schätzt die Versorgungssicherheit als nicht gefährdet ein, räumt aber ein, dass die Raffinerie womöglich mit geringerer Kapazität fahren muss.
Der frühere Energie-Staatssekretär Michael Kellner sprach von einem Erpressungsversuch: "Russland versucht mal wieder, Deutschland zu erpressen. Dem PCK wird das Öl nicht ausgehen." Die Mengen über Polen ließen sich steigern.
Kasachstan ist als Öllieferant wichtig, seit Deutschland wegen des Ukraine-Kriegs auf russisches Öl verzichtet hat. Zuletzt erhielt Schwedt etwa 15 Prozent seines Rohöls aus Kasachstan.