Klare Worte aus Kiew: Präsident Wolodymyr Selenskyj übt heftige Kritik an den USA. Grund ist die Verlängerung einer Sonderregelung, die den Verkauf von russischem Erdöl trotz Sanktionen weiter ermöglicht.
"Jeder Dollar, der für russisches Öl gezahlt wird, ist Geld für den Krieg", stellte Selenskyj am Sonntag unmissverständlich klar. Durch die Entscheidung könnten weiterhin große Mengen Öl verkauft werden, die sich bereits auf Schiffen befinden.
Laut dem ukrainischen Präsidenten geht es dabei um enorme Summen: Rund zehn Milliarden Dollar würden so in die Kassen Moskaus fließen. Geld, das aus seiner Sicht direkt in neue Angriffe gegen die Ukraine investiert werde.
Die US-Regierung hatte die entsprechende Lizenz am Freitag bis zum 16. Mai verlängert. Brisant: Nur wenige Tage zuvor hatte Finanzminister Scott Bessent noch betont, dass die Lockerung nicht weitergeführt werde.
Hintergrund ist der Iran-Krieg. Wegen der Sperre der wichtigen Schifffahrtsroute Straße von Hormus sind die Ölpreise stark gestiegen. Um den Markt zu stabilisieren, hatten die USA die Sanktionen gegen Russland vorübergehend gelockert.
Das zeigt bereits Wirkung: Laut Internationaler Energieagentur konnte Russland seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft zuletzt fast verdoppeln.