Der Schutz vor russischen ballistischen Raketen gehört zu den größten Herausforderungen der Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj macht nun Druck und fordert Europa zum Handeln auf.
"Wir müssen innerhalb eines Jahres unser eigenes System zur Abwehr ballistischer Raketen aufbauen", erklärte er im ukrainischen Fernsehen. Dies sei eine extrem schwierige, jedoch realistische Aufgabe.
Wie NTV berichtet, führe die Ukraine bereits Gespräche mit mehreren europäischen Staaten über die Entwicklung eines solchen Systems. Welche Länder das genau sind, nannte Selenskyj nicht.
In Europa wird vor allem das US-Flugabwehrsystem Patriot genutzt, um ballistische Raketen abzufangen. Doch davon gibt es zu wenige. Die Raketen sind wegen des verstärkten Einsatzes in der Golfregion zunehmend knapp.
Das einzige europäische System, das französisch-italienische SAMP/T, wird nur in geringen Stückzahlen produziert. Russland hingegen setzt bei seinen Angriffen auf die Ukraine jährlich Hunderte ballistische Raketen ein und zielt dabei gezielt auf Kraftwerke und Stromnetze.
Der Hersteller der ukrainischen Flamingo-Marschflugkörper, Fire Point, verhandelt derzeit mit europäischen Unternehmen über ein neues, kostengünstiges Luftabwehrsystem. Zuletzt vereinbarte Fire Point eine Technologiepartnerschaft mit dem deutschen Hersteller Diehl Defence.
Diehl baut das Flugabwehrsystem Iris-T, das in der Ukraine bereits Drohnen und Marschflugkörper abwehrt. Eine neue Version soll künftig auch gegen ballistische Raketen wirksam sein.