Ein tödlicher Gewaltakt erschüttert die Ostschweiz. Nach einer Auseinandersetzung in Sulgen im Kanton Thurgau nahe der österreichischen Grenze ist ein Mann ums Leben gekommen. Das Opfer dürfte aus Tirol stammen, der mutmaßliche Täter stellte sich selbst der Polizei.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstagnachmittag vor einem Einfamilienhaus in der Thurstrasse. Dort kam es zu einem Streit zwischen zwei Männern, der schließlich eskalierte. Einer der Beteiligten soll dabei mit einer Stichwaffe auf seinen Kontrahenten losgegangen sein.
Kurz nach der Tat alarmierte der mutmaßliche Angreifer selbst die Einsatzkräfte. Gegen 14:15 Uhr meldete sich der 65-jährige Schweizer bei der Kantonspolizei Thurgau und gab an, einen Mann niedergestochen zu haben.
Als Polizei, Rettungskräfte und ein Hubschrauber am Einsatzort eintrafen, fanden sie das Opfer mit schweren Stichverletzungen vor. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte der Mann nicht mehr gerettet werden.
Der Tatverdächtige ließ sich laut Behörden widerstandslos festnehmen. Er befindet sich inzwischen in Haft.
Noch ist die Identität des Getöteten nicht vollständig geklärt. Nach Angaben der "Tiroler Tageszeitung" soll die Polizei vor Ort jedoch ein Fahrzeug mit Tiroler Kennzeichen untersucht haben. Unbestätigten Berichten zufolge könnte es sich bei dem Opfer um einen 70-jährigen Mann aus dem Bezirk Imst handeln.
Das österreichische Außenministerium bestätigte auf Anfrage der Zeitung lediglich den Tod eines österreichischen Staatsbürgers. "Wir müssen den Tod eines Österreichers in der Schweiz leider bestätigen. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Gründen des Datenschutzes keine weiteren Angaben machen werden", teilte das Ministerium mit.
Offen ist derzeit auch das Motiv der Tat. Ob tatsächlich ein persönlicher Konflikt oder ein mögliches Eifersuchtsdrama hinter dem Verbrechen steckt, lässt sich laut den bisherigen Ermittlungen nicht bestätigen.
Die Kriminalpolizei der Kantonspolizei Thurgau hat die Untersuchungen übernommen. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen vorsätzlicher Tötung ein. Weitere Informationen zu dem Fall wollen die Schweizer Behörden am Freitag bekanntgeben.