Der Tod eines Zugbegleiters nach einem Angriff in Rheinland-Pfalz hat in ganz Deutschland Entsetzen ausgelöst. Der 36-Jährige wollte einen Schwarzfahrer des Zuges verweisen, als dieser plötzlich zuschlug. Der Bahnangestellte wurde durch Faustschläge gegen den Kopf so schwer verletzt, dass er reanimiert werden musste – Mittwochmorgen erlag er im Spital seinen Verletzungen. Der tatverdächtige Grieche (26) wurde noch vor Ort festgenommen. "Heute" berichtete.
Auch in Österreich werden nach der Schreckensmeldung über den tödlichen Ausgang der Attacke nun Konsequenzen gefordert. Die Gewerkschaft vida zeigt sich zutiefst erschüttert über den Tod des deutschen Kollegen.
"Dieser tragische Vorfall macht erneut sichtbar, welchen Gefahren Beschäftigte im Bahnsektor tagtäglich ausgesetzt sind", so Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida. "Dieser sinnlose Gewaltakt erfüllt uns mit Trauer und Fassungslosigkeit. Zugleich macht er aber auch deutlich, dass wir endlich konsequent handeln müssen."
Es dürfe keinerlei Toleranz bei Übergriffen und Gewalt gegenüber Beschäftigten im Öffentlichen Verkehr geben – weder in Deutschland noch in Österreich, betont Tauchner. Er ist auch Präsident der Sektion Eisenbahn in der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF).
Ihm zufolge nehmen verbale und körperliche Angriffe auf Eisenbahnbeschäftigte seit Jahren zu. Besonders Situationen mit direktem Fahrgastkontakt würden immer häufiger eskalieren. "Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten verantwortungsvolle Arbeit, oft unter schwierigen Bedingungen. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Arbeitgeber und die Politik ihre Sicherheit an die erste Stelle auf ihrer Agenda setzen", so der Gewerkschafter.
Vida fordert einen klaren politischen Schulterschluss auf nationaler und europäischer Ebene sowie eindeutige Signale der Bahnmanagements. Angriffe dürften nicht länger als kalkuliertes Berufsrisiko hingenommen werden. "Es müssen vielmehr die Sicherheitsstrukturen in den einzelnen Bahnunternehmen gezielt gestärkt sowie die Arbeitsbedingungen um zusätzliche Präventions- und Deeskalationsmechanismen erweitert und verbessert werden", fordert Tauchner.
Ein zentraler Punkt sei auch mehr Personal im Zug. Beschäftigte dürften in gefährlichen Situationen nicht länger allein gelassen werden. "Jede Maßnahme, die dazu beiträgt, Eskalationen zu verhindern und Beschäftigte effektiv zu schützen, muss jetzt rasch umgesetzt werden."
Ankündigungen gab es in der Vergangenheit ja genug, jetzt sollen Taten folgen: "Die Sicherheit der Bahnbeschäftigten ist nicht verhandelbar“, bekräftigt Tauchner abschließend.