In Österreich zeichnet sich eine spürbare Entlastung für Haushalte und Unternehmen ab: Die Teuerung ist laut der aktuellen Schnellschätzung der Statistik Austria im Jänner auf exakt 2 % gesunken und erreicht damit das zentrale Ziel, das Bundeskanzler Christian Stocker zu Beginn des Jahres ausgegeben hatte. Überraschend, denn die Inflationsrate war in den vergangenen Monaten deutlich höher: Im Dezember 2025 lag sie noch bei 3,8 %, nach Jahren anhaltend hoher Preissteigerungen.
Der markante Rückgang auf nun zwei Prozent wird vor allem auf sinkende Energiepreise zurückgeführt – unter anderem infolge eines weggefallenen Basiseffekts bei Strompreisen, reduzierter Elektrizitätsabgabe und sinkender Netzkosten. Die Regierung betont, dass diese Entwicklung ein Beleg für die Wirksamkeit der wirtschafts- und energiepolitischen Maßnahmen sei. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) spricht von spürbaren Entlastungen für Familien und Betriebe, die in den jüngsten Jahren stark unter steigenden Kosten gelitten hätten.
Für Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) ist die Entwicklung "erfreulich" und erklärte, dass die positiven Zahlen den eingeschlagenen Kurs bestätigten. Er verwies auf ein Maßnahmenpaket, das unter anderem Mietpreisstopp und Netzkostendämpfung umfasst. Kanzler Christian Stocker (ÖVP) meinte: Das Erreichen des zwei-Prozent-Ziels sei kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Regierungspolitik – und ein erster Schritt in ein "Jahr des Aufschwungs". Die Opposition sah dagegen in der Entwicklung "keine Leistung der Regierung".
Für die Bürger bedeutet es: Haushalte können eine nicht so starke Teuerung wahrnehmen, etwa beim Heizen, Tanken oder Einkaufen. Experten warnen allerdings, dass diese Entwicklung nicht automatisch dauerhaft wirksam ist: Preisdynamiken insbesondere im Dienstleistungssektor und in energieintensiven Branchen könnten wieder anziehen, wenn globale Preisfaktoren oder Lieferengpässe wieder stärker wirken. Dazu nahm am Mittwoch Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) in der "ZIB2" bei ORF-Moderator Armin Wolf Stellung.
"Wir sind froh, dass die Trendwende geschafft ist", so Eibinger-Miedl, sie gestand aber auch, dass man noch viele Maßnahmen umsetzen wolle, um die Menschen deutlich zu entlasten. Entlastet werde niemand, die Preise würden nur nicht ganz so stark ansteigen, merkte Moderator Wolf an. "Wir hatten eine besonders schwierige Ausgangslage", so die Staatssekretärin dazu, warum Österreich so deutlich über fast allen anderen EU-Ländern bei der Inflation gelegen sei.
"Wir haben wirklich von Woche 1 uns sehr angestrengt und daran gearbeitet, dass wir entsprechende Maßnahmen auf den Weg bringen." Sei für die "schwierige Ausgangslage" nicht die ÖVP verantwortlich, die seit Jahren die Regierungsverantwortung habe? Man habe "gerade im Bereich der Energie besondere Herausforderungen gehabt", so die Politikerin, "Österreich war besonders stark abhängig von russischem Gas" und auch bei den Kollektivverhandlungen habe es hohe Abschlüsse gegeben.
Und auch wenn der Inflationsrückgang auf zwei Prozent ein Erfolg sei, "wir wissen, wir müssen weiterarbeiten", so Eibinger-Miedl. Eine Paketabgabe werde in allen EU-Ländern kommen, hieß es danach, in Österreich wolle man die "anders ausgestalten", um die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu finanzieren. Angedacht sei außerdem eine weitere Abgabe, nämlich "auf nicht recycelbares Plastik". Und warum zeige die langfristige Budgetplanung der Regierung immens steigende Budgetdefizite und Staatsverschuldungen?
"Wir haben jetzt einen Budgetfahrplan bis 2028 mit dem Ziel, dass wir dieses 3-Prozent-Maastricht-Ziel erreichen", so Eibinger-Miedl, im nächsten Schritt gehe es dann um die längerfristige Budgetplanung. "Wenn es nach mir geht, wird man auch in den nächsten Jahren und Budgetdisziplin an den Tag legen müssen", sagte die Staatssekretärin. Heißt ein Sparpaket nach dem anderen? Es gehe in den nächsten Jahrzehnten darum, dass Österreich einen Aufschwung erlebe, der Wirtschaftsmotor wieder anspringe und man das Ausgabenproblem des Landes in den Griff bekomme sowie Reformen umsetze.