Einen "stillen Moment der Zufriedenheit" möge man ihm gönnen, sagt Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) angesichts der am Mittwochvormittag veröffentlichten Inflations-Schnellschätzung der Statistik Austria, wonach die Teuerung in Österreich im Jänner auf zwei Prozent gesunken ist.
Noch im Vormonat Dezember lag die Inflation bei 3,8 Prozent, sie hat sich also jetzt mit Jänner fast halbiert.
Das Kanzler-Statement im Video:
Mit den zwei Prozent hat Stocker das Ziel seiner 2-1-0-Formel (zwei Prozent Inflation, mindestens ein Prozent Wirtschaftswachstum, null Toleranz gegenüber jenen, die unsere Werte ablehnen) bereits jetzt – zumindest vorerst – erreicht.
"Dass wir unser Zwei-Prozent-Inflationsziel erstmals im Jänner erreicht haben und damit rascher, als viele erwartet haben, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Entscheidungen", schreibt der Kanzler den deutlichen Rückgang der Teuerung klar den Entlastungsmaßnahmen der Regierung zu.
Natürlich trage der sogenannte Basiseffekt Energie einen guten Teil bei – das Auslaufen der Energiehilfen im Jänner 2025 sorgte damals für einen sprunghaften Anstieg der Strompreise und pushte die Teuerung stark, dieser Vergleichswert fällt für die Inflationsberechnung 2026 weg und bringt einen automatischen Rückgang.
"Aber das ist es nicht allein", betont Stocker die Effekte der Regierungsmaßnahmen – wirksam seien seit Jahresbeginn bereits etwa die Senkung der Elektrizitäts- und Ökostromabgabe, die Dämpfung der Netzkostensteigerung.
"Wir erleben heute eine echte Trendumkehr", freut sich Stocker: "Das ist die Wende, die wir brauchen", so der Kanzler – "2026 wird das Jahr des Aufschwungs".
Auch beim Wirtschaftswachstum erwartet er deutlich bessere Zahlen als die noch im Vorjahr prognostizierten. Beim Budget stehe der Bund besser da als ursprünglich angenommen – "das haben wir uns erarbeitet" und sei auch Resultat der bereits leicht anziehenden Wirtschaft.
Im Tourismus erziele Österreich neue Rekorde, an der Börse gebe es Erfolge – "wir haben Grund für Optimismus", erklärt der Kanzler.
Was die Inflation betreffe, habe die Regierung zudem bereits weitere dämpfende Maßnahmen beschlossen, die im Laufe des Jahres wirksam würden, so Stocker. Dazu zählen die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab 1. Juli, der Strom-Sozialtarif ab April. Der günstige Österreich-Stromtarif des Verbund kommt im März, die EVN hat bereits nachgezogen, mit weiteren Landesenergieversorgern wird gerechnet.
Es sei allerdings keineswegs "alles gut", so Stocker. Die Arbeitslosigkeit ist auch im Jänner weiter gestiegen (auf 8,8 Prozent). Wenn die Wirtschaft anziehe, werde es aber auch am Arbeitsmarkt eine positive Entwicklung geben, zeigt sich der Kanzler zuversichtlich.
Auch die geopolitischen Risiken und Unsicherheiten sind nach wie vor groß, etwa was den Ukraine-Krieg betrifft. "Aber ich bin Optimist", sagt Stocker – "es kann ja auch einmal besser werden".