Das Bundesministerium für Finanzen erstellt zu Beginn jedes Kalenderjahres die vorläufige Gebarung des Bundeshaushaltes. Der aktuelle Bericht für das Jahr 2025 liegt nun vor und wurde dem Parlament gesetzeskonform übermittelt.
Die wichtigsten Eckpunkte: Das Konsolidierungsvolumen im Bundesbudget 2025 wurde vollständig erbracht. Durch einen strengen Budgetvollzug und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen ist der administrative Finanzierungssaldo des Bundes 2025 mit -14,4 Mrd. Euro um 3,7 Mrd. € besser als zum Zeitpunkt der Budgeterstellung erwartet wurde.
Erstens: Das Plus beim administrativen Saldo – es ergibt sich aus geringeren Zinszahlungen und höheren Steuereinnahmen aufgrund besseren Wirtschaftswachstums – trägt nur zum Teil zu einer Verbesserung des Maastricht-Saldos bei.
Zweitens: Die tatsächliche Gebarung der restlichen Gebietskörperschaften und damit das endgültige gesamtstaatliche Maastricht-Saldo – inkl. Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen – wird Ende März 2026 durch die Statistik Austria bekannt gegeben. Eine abschließende Sicht auf das gesamtstaatliche Defizit ist also erst zu diesem Zeitpunkt möglich.
Daraus folgt, dass die EU-Fiskalregeln und der neue Österreichische Stabilitätspakt weiterhin einen strengen Budgetvollzug in allen Gebietskörperschaften und die konsequente Umsetzung aller vereinbarten Konsolidierungsmaßnahmen erfordern
Die Auszahlungen des Bundes betrugen im Jahr 2025 121,5 Mrd. €. Sie blieben damit um 1,8 Mrd. € unter dem BVA 2025 in der Höhe von 123,2 Mrd. €. Grund dafür sind vor allem um 1,6 Mrd. € niedrigere Auszahlungen für Zinsen und sonstige Finanzaufwendungen.
Die Einzahlungen beliefen sich auf 107,1 Mrd. € und lagen damit um 2,0 Mrd. € über dem BVA 2025. Maßgeblich dafür verantwortlich ist die günstigere Konjunktur.
Bundeskanzler Christian Stocker: "Die aktuellen Budgetvollzugszahlen zeigen: Wir sind fiskalpolitisch auf dem richtigen Weg. Dass wir dort, wo wir als Bundesregierung unmittelbar verantwortlich sind, letztes Jahr um 3,7 Milliarden Euro weniger ausgegeben haben als geplant, ist ein Beleg dafür, dass unsere Konsolidierungsmaßnahmen wirken. Das ist ein wichtiger Schritt zurück zu einer nachhaltigen Budget- und Fiskalpolitik und bringt uns auch einem Ende des EUDefizitverfahrens näher. Für mich ist klar: Wir sanieren das Budget nicht aus Selbstzweck, sondern um neue finanzielle Spielräume zu schaffen – für Investitionen in die Zukunft und um unser Land widerstandsfähiger gegenüber künftigen Krisen und Herausforderungen zu machen. Das ist keine Frage der Ideologie, sondern Ausdruck budgetpolitischer Vernunft und fiskalpolitischer Verantwortung."
Vizekanzler Andreas Babler: "Wir liegen in der Konsolidierung über dem Plan, den wir uns mit dem Doppelbudget 2025 /2026 vorgenommen haben. Die Vorgängerregierungen haben uns ein schweres Erbe hinterlassen, aber die gute Nachricht ist: der Sanierungskurs dieser Regierung ist erfolgreich. Fest steht, dass wir den eingeschlagenen Weg der Konsolidierung weiterhin beibehalten werden. Österreich braucht angesichts der vielen Herausforderungen – auch geopolitischer Natur – Stabilität und Sicherheit. Wir sanieren das Budget nicht um des Sanierens Willen oder aus Jux und Tollerei, sondern deshalb, weil wir das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler künftig statt für Zinszahlungen lieber wieder für die Stärkung und Absicherung unseres Sozialstaates, für Investitionen in die Wirtschaft, in ein gutes Gesundheitssystems für alle und für ein zukunftsfittes Bildungssystem für unsere Kinder und Jugendlichen ausgeben wollen."
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger: "In unserem ersten Regierungsjahr ist es uns gelungen, die Ausgaben auf Bundesebene real um rund 2,8 Prozent zu dämpfen und einen echten Kurswechsel einzuläuten. Die neuen Zahlen zeigen, dass wir in der vorläufigen Gebarung um 3,7 Milliarden Euro besser dastehen als erwartet. Jetzt gilt es, unseren Spar- und Reformkurs mit voller Kraft fortzusetzen, denn die Konsolidierung ist damit noch lange nicht abgeschlossen. Und diese Reformanstrengung wird eine gemeinsame sein müssen. Die Sanierung der öffentlichen Finanzen ist eine gesamtstaatliche Aufgabe und Bund, Länder und Gemeinden sind alle in der Verantwortung. Es ist unsere Pflicht, den Staatshaushalt gemeinsam und langfristig wieder auf gesunde Beine zu stellen, um Spielraum für die dringend nötige Entlastung und Zukunftsinvestitionen zu schaffen."
Finanzminister Markus Marterbauer: "Es ist ein Erfolg, dass wir mit der Konsolidierung des Bundeshaushaltes über dem Plansoll liegen, das wir mit dem Doppelbudget 2025/2026 festgelegt haben. Unser Sanierungskurs ist deshalb erfolgreich, weil ich auf einen strengen Budgetvollzug achte. Darüber hinaus helfen uns auch die besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Dennoch ist die Sanierung nicht zu Ende. Wir müssen weiterhin Vorsicht walten lassen und auch in den nächsten Jahren den eingeschlagenen Kurs ruhig, besonnen und konsequent verfolgen. Mit einem stabilen Sanierungskurs bleiben wir am gewünschten Weg und beenden das ÜD-Verfahren bis 2029."
Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl: "Der vorläufige Gebarungserfolg 2025 zeigt, dass es uns gelungen ist, die Budgetkonsolidierung erfolgreich einzuleiten. Das administrative Defizit fällt um 3,7 Milliarden Euro geringer aus als geplant. Insgesamt konnten wir damit im ersten Regierungsjahr rund 10 Milliarden Euro konsolidieren. Möglich wurde das durch einen strengen Budgetvollzug, niedrigere Zinszahlungen und eine verbesserte Wirtschaftskonjunktur. Diese erfreuliche Zwischenbilanz ist zugleich ein klarer Auftrag für uns: Wir werden den eingeschlagenen Budgetpfad konsequent fortsetzen. Damit schaffen wir die Basis für weitere Zukunftsinvestitionen und den Aufschwung unseres Landes."