Beim ORF läuft eine umfassende Prüfung durch den Rechnungshof. Nach Informationen von "Der Standard" hat die Kontrollbehörde eine Gesamtprüfung des öffentlich-rechtlichen Medienunternehmens gestartet.
Im Zentrum steht dabei der Personaleinsatz im rund 4000 Stellen umfassenden ORF-Konzern. Ein Sprecher des Rechnungshofs bestätigte dem "Standard" den Prüfstart, Details zum Umfang oder Ablauf wurden nicht genannt.
Parallel dazu untersucht der Rechnungshof weiterhin die Umstellung von der früheren GIS-Gebühr auf den ORF-Beitrag, der von Haushalten und Unternehmen eingehoben wird. Zu dieser Prüfung wurde dem ORF bereits im Sommer 2025 ein Rohbericht mit festgestellten Mängeln und Verbesserungsvorschlägen übermittelt. Der Endbericht dürfte nach üblichem Fristenlauf bald vorliegen.
Für die nun begonnene Gesamtprüfung gilt hingegen ein deutlich längerer Zeithorizont. Mit einem Roh- oder Endbericht ist laut "Standard"-Informationen nicht vor August 2026 zu rechnen. Damit würden Ergebnisse erst nach der Bestellung der nächsten ORF-Führung ab 2027 vorliegen. Prüfungen des Rechnungshofs sorgen erfahrungsgemäß dennoch schon im Vorfeld für Diskussionen – besonders in Wahlzeiten innerhalb des Unternehmens.
Der ORF beschäftigt rund 3.000 Vollzeitkräfte im Mutterunternehmen sowie mehr als 1.000 weitere in Tochterfirmen. Allein die Personalkosten des Mutterunternehmens liegen bei etwa 400 Millionen Euro jährlich, bei Gesamtausgaben von über einer Milliarde Euro. Die Einnahmen des ORF betragen rund 1,1 Milliarden Euro pro Jahr.
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hatte im Dezember angekündigt, dauerhaft 50 Stellen einzusparen. Nach Angaben des Unternehmens wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrere hundert Jobs abgebaut. Weitere Einsparungen, eingeschränkte Nachbesetzungen und strukturelle Anpassungen sind geplant – auch aufgrund gesetzlicher Begrenzungen der Beitragseinnahmen.
Die letzte Gesamtprüfung des ORF durch den Rechnungshof liegt bereits lange zurück: Sie stammt aus dem Jahr 2008. Zuletzt wurde 2017 das Bauprojekt ORF-Zentrum geprüft, das später innerhalb des vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmens abgeschlossen wurde.