Baumgartner will weitermachen: "Ich bin ein Kämpfer!"

Bild: GEPA pictures/ Philipp Brem

Die 0:1-Niederlage in der Generali Arena gegen die SV Ried brachte der Wiener Austria die neunte Saisonpleite ein - und das am 26. Spieltag. Durch den Erfolg konnten die Innviertler die Veilchen in der Tabelle überholen, liegen nun an sechster Stelle. Die Austria ist nicht nur spielerisch vom Saisonziel Europacup meilenweit entfernt. Zu Platz vier fehlen acht Punkte. Bei den Verantwortlichen am Verteilerkreis herrscht Ratlosigkeit.

 

Austria-Coach Gerald Baumgartner haderte nach dem Spiel mit den vergebenen Chancen aus Halbzeit eins und der dünnen Personaldecke: "In der ersten Hälfte hätten wir einige Chancen nützen können. Dann hätten wir uns aufbauen können, es wäre auf den Rängen etwas ruhiger geworden. Wir haben natürlich wieder Ausfälle und zwei Gesperrte, aber da fragt natürlich niemand." Nach dem Seitenwechsel sah auch der Coach sein Team nicht überlegen: "Wir waren ideenlos, haben Ried nicht mehr gefährden können. Das war keine gute Leistung." 

Die Frage, nach seiner eigenen Zukunft kann der violette Coach nicht beantworten: "Ich stehe jeden Tag auf, um das beste zu geben für Austria. In dieser Situation merkt man, dass das Selbstvertrauen nicht so groß ist." Der Salzburger will aber weitermachen: "Ich bin ein Kämpfer. Ich weiß, worauf ich mich eingelassen habe. Austria ist ein heißes Pflaster für einen Trainer. Ich werde der erste sein, der die Ärmel hochkrempelt." 

"Den Jungs kann man nichts vorwerfen. Sie haben ja alles probiert. Wir haben heute mit zwei 18-Jährigen begonnen. Doch das hilft alles nichts, wenn die Ergebnisse nicht passen", ist sich der 50-Jährige seiner Situation am Verteilerkreis bewusst. "Ich bin gewohnt, dass man zusammenhält, aber ich kann den Unmut der Fans verstehen. Es ist mir lieber, die Kritik geht auf den Trainer als auf die Spieler."

Laut Baumgartner spielt niemand absichtlich schlecht: "Wir haben uns selbst in diese Situation gebracht. Wir hatten von Anfang an zu viele Unentschieden. Es ist bitter für den ganzen Verein, wir gehen aber nicht an die Sache heran, um Weicheier zu sein."

Wohlfahrt: "Wir sitzen in einem Boot"

Neo-Sportdirektor Franz Wohlfahrt will die Situation bei den Veilchen weiter analysieren. "Es ist mit ein Grund, dass wir im Moment eine dünne Personaldecke haben. Es ist mit ein Grund, dass die Spieler unter großem Druck stehen und diesem nicht gerecht werden." Für den Gegner gab es lobende Worte: "Man muss Ried gratulieren. Sie waren sehr zweikampfstart, ein verdienter Erfolg. Aber es geht um unsere Situation. Und die ist nicht gut." 

Die mehrmaligen Rufe der Ost-Tribüne, nach einer Ablöse des Trainers, kann Wohlfahrt nachempfinden: "Wir verstehen natürlich die Traurigkeit und die Enttäuschung der Fans. Aber da sitzen wir in einem Boot. Wir müssen schauen, dass wir da wieder rauskommen. Zur Trainerfrage äußerte sich der Sportvorstand sehr kryptisch: "Wir werden besprechen, wie wir da herauskommen." Auch Kapitän Markus Suttner stellte klar: "Wir müssen uns über die Länderspielpause zusammenraufen und uns zusammen da herausholen."

Suttner: "Das ist eine Kopf-Komponente"

"Es ist eigentlich die ganze Saison schon so. Immer wenn wir gut gespielt haben, haben wir gleich darauf wieder eine auf den Deckel gekriegt. Das zieht sich durch die Meisterschaft wie ein roter Faden", bilanzierte Daniel Royer, der auch zugab: "Es war auch kein gutes Spiel. Wir hätten die Bälle mehr am Boden lassen sollen." Auch die Trainerdiskussion geht nicht spurlos an der Wiener Austria vorbei: "Klar kriegt man das von außen mit. Von den Medien."

Für Austria-Kapitän Markus Suttner liegt es im Moment nicht nur am Sportlichen: "Ich glaub, dass das auch schon eine Kopf-Komponente ist. Es sind immer drei, vier Spieler, die nicht ihre Leistung bringen. Wir müssen konzentriert als Mannschaft arbeiten." Als Führungsspieler möchte Suttner sein Team auch in den nächsten Wochen mitreißen: "Als Kapitän will man immer vorangehen,Ich will das Spiel in positive Bahnen lenken." Auch für die Spieler ist die Situation nicht angenehm: "Jeder spielt um seinen Vertrag. Es ist eine schwierige Situation."

Zufriedenheit bei den Riedern

Ried-Coach Oliver Glasner strahlte nach der Partie: "Mit weiten Strecken des Spiels können wir zufrieden sein. Austria hat zuletzt zwei Heimspiele gewonnen. Es war ein wichtiger Kraftakt meines Teams. Wir hatten die besseren, die klareren Chancen. Der Erfolg war verdient. Es ist alles aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben." 

Auch für Ried-Keeper Thomas Gebauer war der Erfolg hochverdient: "Wir wollten nach vorne verteidigen, haben hoch attackiert und die Austria zu Fehlern gezwungen. Klar läuft es bei der Austria im Moment nicht gut und wir haben sie in einem guten Zeitpunkt erwischt. Trotzdem war der Sieg hochverdient."

Markus Weber

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