Nicht nur mit der Reise von David Alaba zum österreichischen Nationalteam haben die Bayern keine Freude. Der Streit mit dem französischen Verband rund um Lucas Hernandez eskaliert.
Alaba und Hernandez standen beim Bundesliga-Heimspiel der Münchner gegen Hoffenheim am Samstag verletzungsbedingt nicht im Kader.
Dabei wollte der deutsche Meister durchsetzen, dass beide Spieler aufgrund ihrer Verletzungen nicht zu den Nationalmannschaften reisen sollen. Sportdirektor Hasan Salihamidzic drohte sogar, die Spieler nicht abzustellen. Das hätte einen Bruch der FIFA-Regularien bedeutet.
Deshalb reisten Alaba und Hernandez doch aus München ab. Während beim ÖFB-Star nach dessen Haarriss in der Rippe von Tag zu Tag geschaut wird, droht der Streit mit dem französischen Nationalteam zu eskalieren.
Denn die Ärzte der "Equipe tricolore" haben eine ganz andere Sichtweise auf die Knieverletzung des Abwehr-Allrounders. Eine MRT-Untersuchung am Montag ergab, dass der 23-Jährige beim französischen Team bleiben muss. Hernandez wurde von den französischen Ärzten sogar für spielfähig erklärt.
Das stieß Bayerns Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge wiederum sauer auf. "Ich bin über das Verhalten des Verbandes irritiert. Ich möchte darauf hinweisen, dass Hernandez aufgrund seiner Verletzung gegen Tottenham und Hoffenheim nicht im Kader stehen konnte."
Haben die Ärzte rund um Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt also eine falsche Diagnose gestellt? Frankreich-Coach Didier Deschamps hatte noch erklärt: "Wir wissen, dass Hernandez ein Krieger ist. Zur Not spielt er mit einem Bein."
Das unterstrich auch Bayern-Kollege und Landsmann Benjamin Pavard. "Er ist hier, und das bedeutet, dass er okay ist. Die Bayern wollten kein Risiko eingehen, aber er hat mir gesagt, dass alles okay ist."
Ob auch Alaba am Donnerstag einsatzfähig ist, wird das Abschlusstraining am Mittwoch zeigen.