Die Polizei rückte um 0.20 Uhr aufgrund einer anonymen Anzeige betreffend einer Sperrstunden-Überschreitung in einem Nachtlokal zu einem Einsatz nach Maria Alm aus. Die alarmierten Beamten wollten das Lokal überprüfen und nachsehen, ob es gegen die Sperrstunde verstieß – "Heute" berichtete.
Doch als die Polizisten eintrafen, kamen sie nicht weit. Denn die Eingangstür zum Lokal war versperrt. Durch die Glaslichte der Türe konnten im Lokal aber mindestens 50 Personen an ihren Plätzen vor ihren Getränken wahrgenommen werden. Die Beamten wurden allerdings nicht in das Lokal gelassen.
Ein offenbar als Security agierender Mann, der im Lokal-Inneren an der Eingangstüre stand und die anrückenden Polizeibeamten sah, drehte den vor verschlossener Tür stehenden Beamten demonstrativ den Rücken zu und rief mehrmals lautstark in das Lokal "die Bullen sind da".
Auf die Anweisung eines Gastes, dass er (Security) die Türe aufschließen solle, lehnte die als Security fungierende Person dies mit dem nochmaligen lautstarken Ruf "die Bullen sind da", demonstrativ ab. Auch die hinter der Bar arbeitenden Personen, die aufgrund der mehrmaligen Rufe des Security fallweise ihre Blicke zur Eingangstüre richteten, ignorierten die Anwesenheit der einschreitenden Beamten und öffneten die Tür nicht.
Die Polizei rückte nach 20 Minuten zwar schließlich wieder ab, allerdings gibt es für das Nachtlokal eine Anzeige. Und was sagt das Lokal selbst zu dem Vorfall? "Es sind noch rund 30 Leute im Lokal gewesen. Um 23.50 Uhr war das letzte Lied vorbei und es wurde auch nichts mehr ausgeschenkt", erklärt Martha Fersterer von der Betreiberfamilie, die beim Vorfall selbst anwesend war, gegenüber der "Krone".
Die Wirtin hätte die Gäste nur noch in Ruhe austrinken lassen wollen, Party-Stimmung hätte es nicht gegeben, erklärt Fersterer weiter. Außerdem fühlt sie sich auch von der Polizei nicht gerade fair behandelt. Während nämlich "auf den Skihütten offenbar alles egal ist", würde man sich klar an die Vorschriften halten, so die Gastronomin zur "Krone". Auf die Frage, warum man die Polizei nicht hineingelassen habe, antwortete sie klar:
"Sperrstunde heißt Sperrstunde, das gilt auch für die Polizei", so die Wirtin gegenüber der "Kronen Zeitung". Mit einer Anzeige muss sie dennoch rechnen. Laut Polizei sei ein solcher Vorfall aber eher die Ausnahme.