Brasilien macht bedenklichen Fund in Sputnik-V-Impfung

Eine Sputnik V Ladung (Symbolbild)
Eine Sputnik V Ladung (Symbolbild)The Republic of Armenia Ministry / Tass / picturedesk.com
Die brasilianische Gesundheitsbehörde gibt das russische Vakzin nicht zur Impfung frei. Im Impfstoff wurden intakte Viren festgestellt.

Eigentlich braucht Brasilien im Kampf gegen das Corona-Virus jede Hilfe, die das Land bekommen kann. Insgesamt wurden dort bereits rund 400.000 Corona-Tote vermeldet, die 7-Tages-Inzidenz liegt bei ungefähr 187. Das Land hat sich zu einer Art Corona-Hotspot entwickelt, vollständig geimpft sind erst ungefähr 5 Prozent der Gesamtbevölkerung. 

Nun der Paukenschlag: Die brasilianische Arzneimittelbehörde Anvisa lehnte am Donnerstag den russischen Impfstoff Sputnik V ab. Die fehlenden Daten zur Herstellung und Wirksamkeit des Vakzins wurden von Beginn an stark kritisiert, "Heute" berichtete. Nun wurden beim Zulassungsverfahren intakte Viren im Impfstoff gefunden.

Viren könnten sich laut Arzneimittelbehörde vermehren

Laut Anvisa-Leiter Gustavo Mendes sei die Sicherheit des Impfstoffes nicht gegeben, weil er möglicherweise ein genetisch verändertes Adenovirus erzeugen könne. Dies sollte eigentlich nicht möglich sein, das Gen, das für die Vermehrung zuständig ist, sollte für den Impfstoff aus dem Virus entfernt sein. Virologen vermuten, dass bei der Herstellung schlampig gearbeitet wurde.

Auch in der Slowakei wurden beunruhigende Funde vermeldet: Zur Herstellung des Impfstoffs wird in manipulierten Zellen das E1-Gen erzeugt. Diese Zellen, die eigentlich nur zur Produktion dienen, wurden von der slowakischen Behörde zum Teil im fertigen Impfstoff gefunden.  Experten ist es ein Rätsel, wie der Impfstoff eine Qualitätskontrolle bestehen konnte. Russlands Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In einem offiziellen Statement wird alles abgestritten, die Ergebnisse der brasilianischen Anvisa als "Fake News" denunziert. 

Österreich bestellt eine Million Dosen

In Österreich sind die ersten Dosen des russischen Impfstoffs bereits angekommen, man wartet vor der Verimpfung  allerdings noch auf das grüne Licht durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA. Gesundheitsminister Mückstein (Grüne) sei die EMA-Zulassung wichtig, in der Vergangenheit wurde in Österreich allerdings schon über eine unabhängige, nationale Zulassung diskutiert. Insgesamt sollen eine Million Dosen an Sputnik V für die Österreichische Bevölkerung gekauft werden.

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