Portugal stehe eine "sehr schwierige Woche" bevor, sagte der Chef der Umweltbehörde, José Pimenta Machado, am Freitag bei einer Pressekonferenz und verwies auf starke Regenfälle von Sonntag an. Nach einer Reihe von Stürmen seien die Böden schon vollständig mit Wasser gesättigt.
Der Durchzug des Sturms "Kristin" in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatte für erhebliche Schäden gesorgt. Im Zentrum Portugals waren am Freitagnachmittag weiterhin mehr als 260.000 Haushalte ohne Strom, wie ein Sprecher des Energieversorgers E-redes sagte. Die meisten betroffenen Haushalte und Betriebe befinden sich in Leiria im Zentrum des Landes, wo 200 Stromgeneratoren im Einsatz waren.
Etwa 650 Kilometer Oberleitungen seien außer Betrieb, sagte der Präsident des portugiesischen Stromnetzbetreibers REN, Rodrigo Costa. Schulen und Museen blieben am Freitag geschlossen und Bahnlinien außer Betrieb.
"Das Ausmaß der Schäden ist enorm", sagte Regierungssprecher Antonio Leitao Amaro bei einem Besuch im Katastrophengebiet in Begleitung von EU-Energiekommissar Dan Jörgensen.
Die Reaktion der portugiesischen Behörden sei aber "weiterhin ausreichend" und eine Aktivierung des europäischen Katastrophenschutzmechanismus zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig, betonte der Minister. Zugleich schloss er nicht aus, auf den Solidaritätsfond der EU zur Unterstützung des Wiederaufbaus zurückzugreifen.