Es ist eine Studie, die Hoffnung macht. Denn wie Forscher nun herausgefunden haben, könnten mRNA-Impfsoffe, also die Vakzine von Biontech/ Pfizer oder Moderna, jahrelang vor dem Coronavirus schützen. Eine Auffrischung könnte also sogar obsolet sein.
Zu diesem Schluss kam US-Forscher an der Washington University in St. Louis. Laut einem Bericht der "New York Times" sollen die meisten Menschen, die mit einem mRNA-Vakzin immunisiert wurden, keine Auffrischung benötigen.
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich das Virus und seine Varianten nicht wesentlich über ihre aktuelle Form hinaus entwickeln. Menschen, die sich von Corona erholt haben, bevor sie geimpft wurden, sollen möglicherweise gar keine Auffrischung brauchen, selbst wenn sich das Virus signifikant verändert, heißt es im Bericht weiter.
Gleichzeitig wird aber gewarnt. Denn diese auf den ersten Blick sensationelle Nachricht gilt nicht für jedermann. Ältere Erwachsene, Menschen mit einem schwachen Immunsystem und solche, die Medikamente einnehmen müssen, dürften auch künftig eine Auffrischung brauchen.
Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Proben aus den Lymphknoten von Geimpften 15 Wochen nach der ersten Impfdosis. Dabei fanden sie heraus, dass das Keimzentrum immer noch höchst aktiv war. "Die Tatsache, dass die Reaktionen fast vier Monate nach der Impfung anhalten, das ist ein sehr, sehr gutes Zeichen", heißt es in dem wissenschaftlichen Papier.
Zudem war die Anzahl an Gedächtniszellen, die das Coronavirus aufspüren können, noch nicht gesunken. Keimzentren erreichen ein bis zwei Wochen nach der Impfung ihren Höhepunkt und nehmen dann ab. Deepta Bhattacharya, Immunologin an der University of Arizona, führte aus, dass normalerweise nach vier oder sechs Wochen nicht mehr viel übrig sei. Anders ist das nun offenbar bei mRNA-Vakzinen.