Schock für Susanne S.: Ihre Mutter ging vor einem Monat (am 17. Mai) in Wien-Margareten mit Spitzmischling Tamari Gassi. Plötzlich soll die 79-jährige Mutter aus dem Nichts von einer unbekannten Person angegriffen worden sein. Die Pensionistin habe dabei schwere Verletzungen erlitten. Besonders unverständlich für Susanne: Statt der mutmaßlichen Körperverletzung gegen ihre Mutter stehe am Ende vor allem der kleine Hund im Fokus der Ermittlungen der Polizei.
"Meiner Mutter wurde ins Gesicht geschlagen, dann wurde sie auf die Fahrbahn geworfen. Sogar die Schulter wurde ihr ausgekugelt", schildert die 63-jährige Susanne S. fassungslos. Der Hund habe daraufhin instinktiv reagiert und nach dem Angreifer geschnappt. Was danach geschah, kann Susanne bis heute nicht nachvollziehen: "Die Polizei ermittelt jetzt wegen eines Hundebisses statt wegen der Körperverletzung meiner Mutter."
Die offizielle Version der Polizei zeichnet ein anderes Bild. Auf Anfrage von "Heute" bestätigt die Landespolizeidirektion Wien den Vorfall. Demnach soll Susannes Hund an einer 55-jährigen Passantin hochgesprungen sein und sie in den rechten Oberschenkel gebissen haben.
Anschließend sei die Situation eskaliert: Die 55-Jährige soll die ältere Hundehalterin an der Jacke festgehalten haben, um sie am Weggehen zu hindern. Dabei kam es schließlich zum Sturz der Pensionistin. "Bei Eintreffen der Polizei lehnten beide Frauen eine Versorgung durch einen Rettungsdienst ab. Sowohl die 79-Jährige als auch die 55-Jährige wurden wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung angezeigt", heißt es vonseiten der Polizei.
Für Susanne hatte der Vorfall weitreichende Folgen. Mittlerweile liegt ein behördlicher Bescheid vor: Der Spitzmischling wird als bissig eingestuft und muss künftig als Listenhund geführt werden.
Maulkorbpflicht, verpflichtender Hundeführschein, Wesenstest, zusätzliche Trainingsstunden, diverse Nachweise und ein Leumundszeugnis – all das kommt nun auf die Wienerin zu. "Mittlerweile wachsen mir die Kosten über den Kopf. In Wien muss man sich als Hundebesitzer schon fürchten", ärgert sie sich.