Beim WTA-1000-Turnier in Madrid standen vor dem Halbfinale zwischen Anastasia Potapova und Marta Kostjuk zwei Fragen im Raum. Wer zieht ins Finale ein und würde es erneut keinen Handschlag geben. Beide wurden klar beantwortet.
Sportlich setzte sich Kostjuk deutlich mit 6:2, 1:6, 6:1 durch und beendete damit den beeindruckenden Lauf der Wahlösterreicherin. Auch nach dem Match blieb die Ukrainerin ihrer Linie treu und verweigerte Potapova den Handschlag. Stattdessen verabschiedete sie sich nur vom Schiedsrichter.
Hintergrund ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kostjuk gibt seit Beginn des Krieges Spielerinnen aus Russland und Belarus nach Partien nicht die Hand und fordert diese immer wieder dazu auf, sich klar gegen den Krieg zu positionieren. Daran änderte auch Potapovas Nationenwechsel nichts. Bereits bei früheren Duellen der beiden kam es zu keiner sportlichen Geste am Netz. Weder beim ersten Aufeinandertreffen 2023 in Miami noch beim Madrid-Turnier im Vorjahr reichte Kostjuk ihrer Gegnerin die Hand.
Für Potapova endet damit ein bemerkenswertes Turnier. Die 25-Jährige war als Lucky Loserin ins Hauptfeld gerutscht und sorgte dort für mehrere historische Momente. Sie erreichte als erste Lucky Loserin überhaupt ein WTA-1000-Halbfinale und schrieb zugleich österreichische Tennisgeschichte. Trotz der Niederlage darf sich Potapova über ein Preisgeld von knapp 300.000 Euro und 410 Weltranglistenpunkte freuen. In der kommenden Woche wird sie damit wieder unter die Top 40 zurückkehren und sich auf Rang 38 verbessern.