"Belastend" – Hohe Kosten lassen Eis-Kaiser nicht kalt

"Den Menschen bleibt weniger im Börserl", beobachtet der Eis-Unternehmer Andreas Resch.
"Den Menschen bleibt weniger im Börserl", beobachtet der Eis-Unternehmer Andreas Resch.Hannes Ecker
Die Kühlung von Eis ist energieintensiv. Einem beliebten Unternehmer machen massive Stromkosten zu schaffen. Das lässt ihn nicht kalt.

Es ist nicht leicht, in Zeiten der Energiekrise cool zu bleiben. Viele Betriebe kämpfen mit erschwerten Bedingungen, ausgelöst durch die Teuerung. Ein oberösterreichischer Eis-Verkäufer möchte sich jetzt zurückziehen und im Hintergrund weiter innovativ tätig sein.

Mehrmals ausgezeichnet

Seit 2015 betreibt der 37-Jährige Andreas Resch in Steyr sein Eis-Geschäft Buburuza. Schon mehrfach wurde es von Falstaff-Lesern als beliebtester Eis-Salon des Landes ausgezeichnet. Der Steyrer verkauft keine Eiskugeln, sondern gespachtelte Portionen. Für eine kleine Portion zahlt man 1,90 Euro. Um diesen Preis kann man sich bis zu drei Sorten mischen lassen, Schoko-Vanille-Erdbeer sei eine beliebte Kombination. Seine Geschäftstätigkeit beruht neben seinem stationären Verkauf auch auf Eis-Catering.

Damit beliefert er Firmen und Feiern in einem Umkreis von rund 60 Kilometern außerhalb Steyrs. Seine Zutaten bezieht er von regionalen Partnerbetrieben. Außerdem verkauft er sein Eis im Becher oder offen auch an anderen Orten, wie zum Beispiel in Cafés, Bauernläden oder Bäckereien. Kerngebiet ist der oberösterreichische Zentralraum und das Mostviertel in Niederösterreich.

"Wir verkaufen viele Tonnen Eis pro Jahr."

Während des Sommers arbeiten 20 Mitarbeiter in den Bereichen Produktion, Verkauf und Chauffeur. Im Winter sind es naturgemäß weniger. In Summe haben seine Angestellten bereits etwa 250 Eissorten entwickelt. Resch spricht von einer "passablen Personalsituation": "Wir sind ein junges Team, bei uns herrscht eine gute Atmosphäre", erklärt er gegenüber "Heute". Man sei aber auch immer "offen für neue helfende Hände".

Energieintensive Kühlung

Wenn Eis schockgefrostet und kühl gelagert wird, ist dafür viel Energie nötig. Während des Sommers seien die Kosten angesichts von über 10.000 verbrauchten Kilowattstunden pro Monat sehr hoch. Im Geschäft lagert Resch sein Eis in vertieften Edelstahlbehältern (siehe Bild unten), das sei "gut für das Eis und energieeffizient". "Die Energiekosten machen uns natürlich trotzdem zu schaffen, das ist ein großes Thema und belastet uns sehr", sagt er.

Bei Buburuza wird Eis in vertieften Edelstahlbehältern gelagert. Diese Methode sei "gut für das Eis und energieeffizient".
Bei Buburuza wird Eis in vertieften Edelstahlbehältern gelagert. Diese Methode sei "gut für das Eis und energieeffizient".Hannes Ecker

"Brauche Freiraum für meine Ideen"

"Ich brauche Freiraum für meine Ideen", sagt der erfinderische Eis-Erzeuger: "Wir sperren das Geschäft nicht zu, ich möchte meinen Betrieb in gute Hände legen, daher suche ich nur jemanden, der ihn am Laufen hält." Man brauche in dieser Sparte "einen freien Kopf". Falls sich jemand Anderer bei ihm meldet, dem er diese Aufgabe zutraut, würde er sich im Hintergrund halten und ihn nur unterstützend "begleiten".

"Für unsere Kunden ändert sich nichts, wenn jemand Anderer das Eis-Geschäft betreibt." Resch möchte vermehrt im Hintergrund arbeiten und neue Ideen entwickeln.

Einmal hat Resch nämlich erwähnt, dass er seinen Eis-Salon abgeben möchte, falls er einen passenden Nachfolger finde. Daraufhin erhielt er viele Anfragen aus dem gesamten Bundesland: Die Interessenten wollten wissen, ob sie quasi Franch-Eis-Nehmer werden können. Doch der Unternehmer muss noch über eine mögliche Erweiterung seines Franchise nachdenken.

Er legt großen Wert auf zwei Faktoren: Regionalität und Bio. Menschen würden diese Kombination derzeit sehr schätzen. Walnüsse, Früchte, Minze, Äpfel oder Quitten baut er zuhause an: "Da sind wir unabhängig und die Walnuss kostet mich heuer genauso viel wie vergangenes Jahr, nämlich gar nichts."

"Unsere meistverkaufte Eiskreation ist Gar-nicht-krumme-Schoko-Banane, gefolgt von Honeymohn (Mohn-Eis mit Waldhonig)", sagt Resch.

"Ich bin grundsätzlich ein Optimist, aber die Zeiten sind aktuell herausfordernd", sagt der einfallsreiche Eis-Entwickler. Vielen Menschen bleibe weniger im Börserl: "Ich habe gemerkt, dass das Geld bei den Kunden nicht mehr so locker sitzt."

"Ich habe gemerkt, dass das Geld bei den Kunden nicht mehr so locker sitzt."

In der Adventzeit wird Resch seinen Kunden zahlreiche neue Winter-Eissorten präsentieren, darunter Vanillekipferl, Lebkuchen oder Kokosbusserl. Außerdem wird er an den Advent-Wochenenden originelle Kreationen wie Bratäpfel mit Eis oder Hot Lavacake mit Eis anbieten.

(Vor-)Weihnachtliche Genussfreuden also in einer wirtschaftlichen Eiszeit.

Überleben die Sportvereine?

Apropos Teuerung: Wie "Heute" berichtet, haben oberösterreichische Sportvereine mit den extrem gestiegenen Energiekosten zu kämpfen. 

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