"Wirte werden nur gegeißelt"

Beliebtes Gasthaus sperrt nach 120 Jahren zu

Seit 1906 ist der Reidnwirt in St. Urban in Familienbesitz. Mit 30. September endet nun der reguläre Gasthausbetrieb. Die Hintergründe.
André Wilding
16.09.2026, 07:51
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Reidnwirtschnitzel, Salzburger Nockerln oder "Gulasch am Berg" - seit Jahrzehnten werden beim Reidnwirt in St. Urban Gäste bewirtet. Damit ist nun Schluss: Irmgard und Karl Liebetegger sperren den regulären Gasthausbetrieb mit 30. September zu – das berichtet die "Kleine Zeitung".

Das Gasthaus befindet sich bereits seit 1906 im Familienbesitz. Irmgard und Karl Liebetegger führen den Betrieb seit 1992. Mittlerweile sind beide Mitte 70 und wollen kürzertreten.

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"Wir haben schon das Alter erreicht, in dem wir beide kürzer treten müssen", erklärt Irmgard Liebetegger im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung".

Kein Nachfolger gefunden

Eine Weiterführung innerhalb der Familie ist nicht in Sicht. Sowohl die Kinder als auch die Enkelkinder haben andere berufliche Wege eingeschlagen. Auch ein anderer Nachfolger konnte nicht gefunden werden.

Eine große Abschiedsfeier ist nicht geplant. "Wer kommt, der kommt", heißt es in der Tageszeitung.

Nach fast 35 Jahren als Wirtepaar fällt der Schritt dennoch nicht leicht. "Man hat ein lachendes und ein weinendes Auge, aber man muss eben der Tatsache ins Auge sehen, dass man mit Mitte 70 aufhören muss", sagt das Paar in der "Kleinen Zeitung".

Doch nicht nur das Alter habe zur Entscheidung beigetragen. Liebetegger übt auch Kritik an den Rahmenbedingungen für Gastronomen: "Auch die Politik ist verantwortlich. Wir werden als Wirte nur gegeißelt. Man bekommt nur Auflagen und es ist egal, ob man diese stemmen kann oder nicht", kritisiert Liebetegger in der Tageszeitung.

Für Feiern wird weiter aufgekocht

Ganz aus der Gastronomie verabschieden sich Irmgard und Karl Liebetegger allerdings nicht. Für größere Veranstaltungen wie Taufen, Hochzeiten oder Begräbnisse wollen sie weiterhin kochen.

Spontan wird das künftig allerdings nicht mehr möglich sein. "Die Leute müssen aber vorher anrufen und bestellen, schließlich lagern wir nichts mehr ein", erklärt das Paar in der "Kleinen Zeitung".

Zum Abschied vom regulären Betrieb richtet Irmgard Liebetegger in der Tageszeitung noch einen Dank an ihre langjährigen Wegbegleiter: "Ich bedanke mich bei allen Gästen und den fleißigen Helferlein, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre."

wil,16.09.2026, 07:51