Ein tragischer Vorfall ereignete sich in Völkermarkt (Kärnten): Ein pensionierter Arzt wurde von einem Staffordshire Bullterrier attackiert und dabei schwer verletzt. "Heute" hat bereits berichtet.
Der Angriff führte zu erheblichen Wunden am Unterschenkel und am Unterarm des Mannes.
Anfang Juni war der pensionierte Mediziner am frühen Abend mit seinem Fahrrad unterwegs. Wenige Minuten nach 17 Uhr fuhr er von hinten auf zwei Frauen zu, die einen Staffordshire Bullterrier bei sich hatten. "Ich habe geklingelt und abgebremst", erzählt der Mann im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung".
Seiner Schilderung zufolge war der Hund an einer langen Leine unterwegs. Plötzlich sei das Tier auf ihn zugelaufen und habe zuerst in seinen linken Unterschenkel gebissen. Danach wurde der Radfahrer auch am rechten Unterarm verletzt. "Ich hatte tiefe Rissquetschwunden, ein ganzer Hautlappen wurde mir herausgerissen", berichtet der pensionierte Arzt.
Unmittelbar nach dem Angriff versorgte der frühere Mediziner seine Wunden zunächst selbst. Anschließend wurde er in das Klinikum Klagenfurt gebracht. Dort mussten die Verletzungen mit insgesamt 33 Nähten behandelt werden.
Die Hundeattacke hatte für den Kärntner noch lange Folgen. "Nach dem Krankenhaus war ich wochenlang daheim, mein ganzer Sommer war verhaut."
Rachegedanken habe er dennoch nicht. Nach dem Erlebten fordert er jedoch eine Diskussion darüber, ob in Kärnten für bestimmte Hunderassen besondere Vorschriften gelten sollten.
"Was, wenn das nächste Mal ein Kind angefallen wird?", so der Kärntner zur "Kleinen".
Für sogenannte Listenhunde gibt es in Österreich keine bundesweit einheitlichen Bestimmungen. Die konkreten Vorschriften werden von den einzelnen Bundesländern festgelegt. In Wien gelten für die Haltung bestimmter Hunderassen besondere Regeln. Kärnten führt dagegen keine eigene Rasseliste.
Auf öffentlichen Plätzen und im besiedelten Gebiet gilt in Kärnten für alle Hunde grundsätzlich eine Leinen- oder Maulkorbpflicht. Nach den Angaben des Pensionisten wurde der Staffordshire Bullterrier zum Zeitpunkt des Vorfalls zwar an einer Leine geführt, diese sei jedoch lang gewesen.
Die körperlichen Verletzungen des Mannes sind inzwischen verheilt. Er hat sich auch wieder auf sein Fahrrad gesetzt. Jenen Ort, an dem es am 4. Juni zu der Attacke gekommen sein soll, umfährt er bis heute.