Am 22. Mai im U-Ausschuss

Benko: "Außer Namen und Datum muss er nichts sagen"

René Benko kommt am Mittwoch in den U-Ausschuss. Es drohte sogar polizeiliche Vorführung. Er dürfte sich aber vorwiegend der Aussage entschlagen.

Angela Sellner
Benko: "Außer Namen und Datum muss er nichts sagen"
René Benko zeigte sich nach Start des Signa-Pleitereigens monatelang nicht. Sein erster öffentlicher Auftritt danach war Ende April am Landesgericht Innsbruck.
EXPA / APA / picturedesk.com

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zu Covid-Hilfen der Bundesfinanzierungsagentur Cofag und möglicher Bevorzugung von Milliardären durch die Verwaltung hat seine regulären Befragungen zwar bereits beendet. Am 22. Mai, dem Reservetag, soll aber Pleite-Unternehmer René Benko doch noch kommen.

Um vermutete Privilegien für Benko war es im Ausschuss intensiv gegangen. Er selbst hatte zwei Befragungstermine im April mit Verweis auf die Vielzahl im Raum stehender Vorwürfe und Verfahren gegen ihn abgesagt. Die Abgeordneten luden ihn erneut für 22. Mai und beschlossen vorsorglich seine polizeiliche Vorführung. Das ist laut Verfahrensordnung möglich, wenn eine Auskunftsperson einer Ladung mehrfach nicht Folge leistet. Zuständig für Benko wäre in einem solchen Fall wohl die Landespolizeidirektion Tirol, da er seinen Wohnsitz in Innsbruck hat.

Polizeiliche Vorführung

Eine Vorführung wird allerdings nicht nötig sein, denn Benko werde fix kommen, wie sein Anwalt Norbert Wess auf "Heute"-Anfrage bestätigt. Man habe das inzwischen mehrmals schriftlich und mündlich zugesichert. Benko reise auch schon am Vortag nach Wien an.

Es gibt nichts, wo er antworten müsste, außer bei Vornamen, Nachnamen und Geburtsdatum
Norbert Wess
Anwalt von René Benko

Viel bringen dürfte Benkos Befragung jedoch nicht, er wird sich vermutlich recht schweigsam zeigen. Sein Mandant sei bei jeder inhaltlichen Frage entschlagungsberechtigt, sagt Anwalt Wess – egal ob es um die private Insolvenz, Steuerverfahren, Signa-Gesellschaften oder Stiftungen gehe: "Es gibt nichts, wo er antworten müsste, außer bei Vornamen, Nachnamen und Geburtsdatum."

Zusatztag auch im zweiten U-Ausschuss

Tags darauf, am 23. Mai, will auch der zweite U-Ausschuss (zu "rot-blauem Machtmissbrauch") seinen Zusatztag nutzen. Befragt (und notfalls vorgeführt) werden soll der Chef jener Werbeagentur, an der FPÖ-Chef Herbert Kickl über Treuhandverträge eine Zeitlang beteiligt war. Auch diese Auskunftsperson will aber – wie Benko – freiwillig ins Parlament kommen.

René Benko vor Gericht! Erster Auftritt nach Pleite

1/22
Gehe zur Galerie
    Sein Immo-Imperium ist zerbröselt, jetzt zeigte sich René Benko erstmals wieder nach dem Zusammenbruch. Er erschien am 24. April in Innsbruck bei Gericht.
    Sein Immo-Imperium ist zerbröselt, jetzt zeigte sich René Benko erstmals wieder nach dem Zusammenbruch. Er erschien am 24. April in Innsbruck bei Gericht.
    EXPA / APA / picturedesk.com

    Auf den Punkt gebracht

    • René Benko wird am 22.Mai vor dem U-Ausschuss erscheinen, nachdem er zuvor zwei Befragungstermine abgesagt hatte und sogar polizeiliche Vorführung droht
    • Sein Anwalt bestätigt, dass Benko kommen wird
    • Erwartet wird aber, dass Benko sich bei den meisten Fragen der Aussage entschlagen wird
    • Auch der zweite U-Ausschuss plant, am 23.Mai einen Zusatztag zu nutzen, um den Chef jener Werbeagentur zu befragen, an der FPÖ-Chef Kickl zeitweise über Treuhandverträge beteiligt war
    sea
    Akt.