Bern-Coach Hütter hat genug von Titel-Floskeln

Bei den Young Boys Bern wird das Wort "Meister" nicht in den Mund genommen. Coach Trainer Adi Hütter hat dennoch langsam genug vom Understatement.

Nicht "überheblich" sein. Das ist das Wort, das Steve von Bergen in den letzten Wochen in seinen deutschen Wortschatz aufgenommen hat. Der Young-Boys-Kapitän hat in der Rückrunde gebetsmühlenartig alle Fragen nach dem Meistertitel abgewehrt. Wie alle Bern-Spieler. Keiner will trotz deutlicher Tabellenführung das Wort "Meister" in den Mund nehmen. Als wäre es verflucht und könnte es noch etwas an der Tabellenlage ändern.

Die Fans planen schon diverse Aktivitäten rund um eine Meisterfeier – die erste nach 32 Jahren. Und langsam hat auch Trainer Adi Hütter das Understatement satt. "Ich brauche jetzt niemanden mehr an der Nase herumführen. Wir haben im Winter klar gesagt: Wenn wir die Chance haben, Meister zu werden, dann machen wir das. Die Spiele werden immer weniger, und wir kommen dem Titel immer näher. Wenn wir so spielen, steht dem nichts mehr im Weg", sagt der österreichische Trainer-Legionär.

Hütter hat genug von der Fußball-Floskel

Und weiter: "Es sind aber immer noch acht Runden, und wir konzentrieren uns von Spiel zu Spiel ..." Plötzlich hält Hütter inne, lacht und sagt: "Ich kann es selbst nicht mehr hören." Aber man werde die Partie am Sonntag gegen den FC Zürich mit der gleichen Ernsthaftigkeit angehen wie die letzten Runden. "Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen."

Zweifel am nächsten Sieg gibt es wenige, auch wenn Hütter betont, dass St. Gallen dem Leader in der letzten Runde sehr viele Mühe bereitet habe. Die Young Boys sind dennoch nicht in Hektik verfallen. Auch der Trainer nicht. "Ich war unglaublich ruhig", sagte der Coach nach dem 4:2-Sieg am Sonntag in der Ostschweiz, "die Mannschaft hat jemanden gebraucht, der ihr die Hände reicht. Ich habe nur gesagt, wer Meister werden will, muss anders auftreten." Mehr braucht es wohl auch nicht bei einem Team, das über so eine überragende Offensivqualität verfügt.

"Das Selbstvertrauen ist da", bestätigte Hütter, "wir haben in den letzten fünf Auswärtspartien 18 Tore gemacht. Das ist eine stolze Zahl." Und es beweist: Diese Young Boys sind in der Schweizer Meisterschaft nicht mehr zu stoppen. (heute.at)

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