Der Afrika-Cup endet mit einem Eklat! Senegal holt mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen Gastgeber Marokko den Titel – doch sportlich war das Finale am Sonntag in Rabat nur Nebensache.
Nach einem umstrittenen Elferpfiff kurz vor Schluss verließ das Team aus dem Senegal aus Protest das Spielfeld. Auf den Tribünen brach Chaos aus, Fans wollten aufs Feld stürmen, Sicherheitskräfte mussten einschreiten. Ein Abbruch stand im Raum.
Marokkos Trainer Walid Regragui übte scharfe Kritik: "Das Bild, das wir vom afrikanischen Fußball abgegeben haben, war eher beschämend. Ein Spiel mehr als zehn Minuten lang unterbrechen zu müssen, während die ganze Welt zuschaut, ist nicht sehr stilvoll."
Die Wende kam durch Sadio Mané. Der Ex-Salzburg-Star überredete seine Teamkollegen zur Rückkehr: "Es wäre wirklich traurig und bedauerlich gewesen, ein Finale so enden zu sehen. Es ist unmöglich, der Welt ein solches Bild zu vermitteln. Ich hätte lieber verloren, als so ein Ende zu erleben. Das hat mich dazu bewegt, den Jungs zu sagen, sie sollen auf den Platz zurückkehren und unseren Fußball spielen."
Real-Star Brahim Díaz verschoss den Elfmeter für Marokko. In Panenka-Manier lupfte er den Ball, doch der Keeper blieb stehen und parierte den Ball mühelos. In der Verlängerung krönte sich Pape Gueye in der 94. Minute mit einem Traumtor zum Helden des Abends. Senegal feierte den zweiten Afrika-Cup-Sieg nach 2022.
Nach dem Spiel folgte der nächste Knalleffekt: Mané kündigte an, seine Länderspielkarriere nach der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zu beenden.
Doch Nationaltrainer Pape Thiaw will davon nichts wissen: "Wenn man Sadio Mané heißt, gehört diese Entscheidung nicht mehr nur ihm. Da steht ein Volk hinter ihm, das ihn gerne weitermachen sehen würde. Ich denke, diese Entscheidung hat er im Affekt getroffen. Das Land ist nicht einverstanden."