Über Jahre war nach außen alles scheinbar in Ordnung. Doch hinter verschlossenen Türen erlebte Frau R. immer wieder Demütigungen, verbale Angriffe und schließlich auch körperliche Gewalt.
Lange versuchte sie, die Situation zu kontrollieren und sich selbst einzureden, dass "es schon wieder besser wird". Doch eines Abends eskalierte die Situation erneut. Danach saß die Frau alleine in ihrer Wohnung – verunsichert, voller Angst und beschämt über das, was passiert war.
In ihrer akuten Belastung griff sie schließlich zum Telefon und meldete sich bei der Krisenhilfe OÖ. Am anderen Ende der Leitung traf sie auf eine ruhige Stimme, die zuhörte, ohne Druck auszuüben oder zu urteilen.
Um die Krisenversorgung in Oberösterreich flächendeckend und noch umfassender gewährleisten zu können, haben sich pro mente OÖ, EXIT-sozial, Rotes Kreuz, Telefonseelsorge OÖ und Notfallseelsorge unter dem Namen Krisenhilfe OÖ zusammengeschlossen.
Neben dem ständig verfügbaren Krisentelefon bietet die Krisenhilfe OÖ in psychosozialen Notsituationen auch Online- und Chatberatung, persönliche Gespräche und mobile Einsätze, etwa in Form von Hausbesuchen.
Die Krisenhilfe OÖ unterstützt in allen psychischen Notsituationen – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr unter der Telefonnummer 0732 / 21 77.
Alle Infos unter krisenhilfeooe.at.
Gemeinsam wurde Schritt für Schritt geklärt, was genau passiert war und wie sicher Frau R. im Moment überhaupt noch war. Im Gespräch ging es nicht nur um emotionale Entlastung, sondern auch um konkrete Hilfe: Schutzmöglichkeiten, Unterstützung durch das Umfeld und weitere Anlaufstellen.
Langsam veränderte sich die Stimmung während des Gesprächs. Aus Angst und Verunsicherung entstand erstmals wieder ein Gefühl von Klarheit und Selbstschutz. Am Ende sagte Frau R.: "Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass das, was passiert ist, ernst genommen wird – und dass ich etwas verändern kann."
"Gewalterfahrungen gehen oft mit Scham, Angst und großer Verunsicherung einher. Für uns ist es zentral, zunächst Sicherheit herzustellen – emotional und, wenn nötig, auch ganz konkret", erklärte Elisabeth Hack von der Krisenhilfe OÖ.
Und weiter: "Indem wir die Situation gemeinsam sortieren und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, stärkten wir die Betroffenen darin, wieder Kontrolle über ihre Situation zu gewinnen und nächste Schritte zu setzen."