Erschütternder Befund: Die Wirtschaft kommt nur langsam voran. Laut Frühjahrsprognose der EU-Kommission hat der neuerliche Energieschock die Erholung deutlich gebremst. Öl und Gas sind teurer, Firmen haben höhere Kosten, viele Haushalte halten ihr Geld stärker zusammen.
Die Entwicklung in Österreich fällt sogar noch schwächer aus. Nach einem Mini-Wachstum von 0,6 Prozent im Vorjahr erwartet die Kommission auch heuer nur 0,6 Prozent. 2027 könnten es immerhin 0,9 Prozent werden.
In dieses düstere Bild passen auch die neuesten Studienergebnisse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing: Die Wissenschafter der Linzer Kepler Uni wollten wissen, wie es derzeit um das Konsumklima bestellt ist.
Der Iran-Krieg ließ es auf einen neuen Tiefststand einbrechen. Die Details: Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen der Kunden der wirtschaftlichen Lage in Österreich ging auf minus 24 Prozentpunkte zurück. Zu Jahresbeginn hatte es noch leichte Erholungstendenzen gegeben.
Die Teuerung führt dazu, dass die Haushalte ihre Ausgaben im Einzelhandel reduzieren: 36 Prozent der Konsumenten ab 18 Jahre (in Summe wurden rund 1.000 repräsentativ befragt) investieren weniger in Produkte wie Bekleidung, Schuhe und Sportartikel. Bei u.a. Elektrogeräten, Möbeln sowie Bau- und Heimwerkerbedarf) trifft das sogar auf 43 Prozent zu.
Beim kurzfristigen Bedarf, also dem Einkauf im Supermarkt, sind die Einschnitte deutlich seltener: 13 Prozent setzen hier den Sparstift an.
Der Befund des Instituts: Die Preissensibilität bleibt weiter hoch bzw. verstärkt sich aktuell noch. Aktionen sind demnach wieder die klare Leitwährung im Einzelhandel.
Die Folge: Nachdem die Orientierung an Aktionen 2024 und 2025 wieder nachgelassen hat, achten inzwischen fast drei Viertel der Konsumenten (73 Prozent) verstärkt auf Aktionen. Zudem bleibt der Umstieg auf preiswertere Ware sehr relevant: 54 Prozent greifen zu Günstigerem.
"Der aktuelle Inflationsanstieg trifft damit auf Konsumenten, die nach mehreren Krisenjahren bereits deutlich vorsichtiger und preisbewusster agieren", so der Befund von Forscher Ernst Gittenberger.
Die Entwicklung zeige weniger eine Konsumkrise als eine Kontrollkrise, ergänzt Institutsvorstand Christoph Teller. "Aktionen, bekannte Marken oder aufschiebbare Käufe dienen dabei nicht nur dem Sparen, sondern auch der Orientierung."